Hinter dem Zauberturm lag ein wunderschöner Zaubergarten, in dem die seltensten Blumen blühten: Blüten, die leuchteten, Pflanzen, die sangen, und Bäume, die die süßesten Zauberfrüchte trugen. Der junge Zauberer Mo liebte diesen Garten. Doch eines Tages bemerkte er erschrocken, dass die Blumen welkten, die Blätter braun wurden und die singenden Pflanzen verstummten.
„Was ist nur mit unserem Zaubergarten geschehen?“, fragte Mo seinen alten Meister bestürzt. Der weise Zauberer seufzte. „Der Zaubergarten lebt von Pflege und Dankbarkeit“, sagte er. „Früher kümmerten wir uns jeden Tag um ihn, gossen ihn und bedankten uns für seine Schönheit. Doch in letzter Zeit haben wir ihn vernachlässigt. Und ein Zaubergarten, um den sich niemand kümmert, verwelkt.“
Mo wurde ganz nachdenklich. Er hatte den schönen Garten so oft genossen, war durch ihn spaziert und hatte seine Früchte genascht – doch gepflegt und gedankt hatte er ihm nie. „Das möchte ich ändern“, sagte Mo entschlossen. „Ich werde mich um den Garten kümmern und ihn wieder zum Blühen bringen.“ Der alte Meister lächelte. „Das wird Geduld und Liebe brauchen, mein Junge.“
Und so begann Mo, sich jeden Tag um den Zaubergarten zu kümmern. Er trug Wasser herbei und goss jede einzelne durstige Pflanze. Er lockerte die Erde, entfernte das Unkraut und stützte die geknickten Stängel. Und bei jeder Pflanze hielt er inne und sagte leise: „Danke, dass du so schön bist. Ich kümmere mich jetzt um dich.“
Anfangs geschah nicht viel, und Mo musste geduldig sein. Doch er gab nicht auf und pflegte den Garten Tag für Tag mit Liebe. Und langsam, ganz langsam, geschah ein Wunder: Die welken Blumen richteten sich wieder auf, die braunen Blätter wurden grün, und eine erste Blüte begann wieder sanft zu leuchten. „Es funktioniert!“, freute sich Mo.
Mit jedem Tag wurde der Garten ein Stückchen schöner. Bald leuchteten wieder die Blumen, sangen die Pflanzen ihre zarten Lieder, und die Bäume trugen erneut süße Zauberfrüchte. Der ganze Zaubergarten erblühte in neuer Pracht, schöner als je zuvor. „Du hast es geschafft, Mo“, sagte der alte Meister stolz. „Mit Geduld und Dankbarkeit.“
Mo strahlte. „Ich habe etwas Wichtiges gelernt“, sagte er. „Man darf das Schöne nicht für selbstverständlich halten. Wenn man dankbar ist und sich kümmert, dann bleibt es schön. Wenn man es vergisst, dann verwelkt es.“ Der alte Meister nickte zufrieden. „Das ist eine der wichtigsten Weisheiten überhaupt“, sagte er.
Von diesem Tag an pflegte Mo den Zaubergarten jeden Tag mit Liebe und Dankbarkeit. Und der Garten dankte es ihm, indem er das ganze Jahr über in voller Pracht blühte. Mo verbrachte seine schönsten Stunden zwischen den leuchtenden Blumen und den singenden Pflanzen und vergaß nie wieder, Danke zu sagen.
Am Abend, müde von der Gartenarbeit, aber glücklich, kuschelte sich Mo in sein Bett. „Heute habe ich den Zaubergarten gerettet“, dachte er zufrieden, „weil ich dankbar war und mich gekümmert habe.“ Durch das Fenster duftete der blühende Garten herein, der Mond schien sanft, und mit einem warmen, dankbaren Herzen schlief der junge Zauberer Mo zufrieden ein. Schlaf gut, Mo. Gute Nacht.
