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Wolf Nuri und die große Aufgabe

Selbstvertrauen · Mut machenab 7 4 Min.
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Die junge Wölfin Nuri war mächtig aufgeregt. Heute hatte die Leitwölfin ihr zum ersten Mal eine wichtige Aufgabe anvertraut: Sie sollte auf die drei kleinen Welpen des Rudels aufpassen, während die anderen Wölfe Futter suchten. „Ich verlasse mich auf dich, Nuri“, hatte die Leitwölfin gesagt. „Pass gut auf die Kleinen auf.“

Nuri war stolz, aber auch ängstlich. „Was, wenn ich es nicht schaffe?“, dachte sie. „Was, wenn etwas passiert? Ich bin doch selbst noch jung.“ Die drei Welpen waren wild und übermütig und tollten in alle Richtungen. Nuri hatte alle Pfoten voll zu tun, sie beieinanderzuhalten. „Bleibt zusammen!“, rief sie. „Lauft nicht so weit weg!“

Eine Weile ging alles gut. Nuri spielte mit den Welpen, passte auf, dass keiner zu nah ans Wasser kam, und hielt sie bei Laune. Doch dann, als sie kurz dem einen Welpen half, der sich in einer Wurzel verheddert hatte, lief der kleinste Welpe, Pips, neugierig davon, immer tiefer in den Wald hinein. Als Nuri sich umdrehte, war Pips verschwunden.

Nuris Herz klopfte vor Schreck. „Pips ist weg!“, dachte sie panisch. „Oh nein, ich habe versagt!“ Einen Moment lang wollte sie verzweifeln. Doch dann atmete sie tief durch. „Nein“, sagte sie sich. „Jetzt nicht den Kopf verlieren. Ich muss Pips finden. Die anderen zwei Welpen lasse ich nicht allein – ich nehme sie einfach mit auf die Suche.“

Ruhig und überlegt sammelte Nuri die zwei anderen Welpen ein. „Bleibt dicht bei mir“, sagte sie bestimmt. Dann setzte sie ihre feine Nase ein und erschnüffelte Pips' Spur. Schritt für Schritt folgte sie der Fährte durch den Wald, immer aufmerksam, die zwei Welpen sicher an ihrer Seite. „Pips!“, rief sie immer wieder. „Wo bist du?“

Schließlich hörte sie ein leises Wimmern. Da war Pips! Der kleine Welpe war in eine Mulde gerutscht und kam allein nicht mehr heraus. „Pips, ich hab dich!“, rief Nuri erleichtert. Vorsichtig kletterte sie hinunter und schob den kleinen Welpen sanft nach oben, bis er wieder sicher auf festem Boden stand. „Nuri!“, jubelte Pips und drückte sich an sie. „Ich hatte solche Angst!“

Als das Rudel zurückkehrte, erzählten die Welpen aufgeregt, wie Nuri den kleinen Pips wiedergefunden hatte. Die Leitwölfin schaute Nuri stolz an. „Du hast einen Schreck bekommen“, sagte sie, „aber du hast nicht aufgegeben und ruhig überlegt. Du hast alle drei Welpen sicher zurückgebracht. Das hast du wunderbar gemacht, Nuri.“

Nuri strahlte vor Stolz. Sie hatte an sich gezweifelt – und es trotzdem geschafft. „Ich dachte erst, ich kann das nicht“, gestand sie. „Aber als es darauf ankam, habe ich einfach ruhig nachgedacht und getan, was nötig war.“ Die Leitwölfin nickte. „Genau so wächst man über sich hinaus“, sagte sie. „Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann.“

Am Abend, müde von der großen Aufgabe, kuschelte sich Nuri zufrieden ins Rudel, die drei Welpen sicher und schlafend an ihrer Seite. „Heute habe ich eine große Aufgabe gemeistert“, dachte sie stolz. Der Mond leuchtete silbern über den Bergen, ein kühler Wind strich durch die Bäume, und stolz auf sich selbst schlief die junge Wölfin Nuri glücklich ein. Schlaf gut, Nuri. Gute Nacht.