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Tom schläft zum ersten Mal allein

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 5 Min.
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Tom war schon ein großer Junge. Doch jeden Abend schlief er noch im großen Bett bei Mama und Papa ein, denn allein in seinem eigenen Zimmer einzuschlafen, das traute er sich noch nicht. Eines Tages aber sagte Tom: „Ich bin jetzt groß. Ich möchte versuchen, in meinem eigenen Bett zu schlafen.“ Mama und Papa freuten sich. „Das ist mutig, Tom“, sagten sie. „Und wir helfen dir dabei.“

Am Abend brachten Mama und Papa Tom in sein eigenes Zimmer. Doch als sie gehen wollten, wurde Tom auf einmal ganz mulmig. „Was, wenn ich nicht einschlafen kann?“, fragte er. „Was, wenn ich mich allein fühle?“ Mama setzte sich zu ihm. „Diese Sorgen sind ganz normal“, sagte sie sanft. „Aber weißt du was? Wir denken uns ein paar Tricks aus, die dir helfen, dich sicher und wohl zu fühlen.“

„Erstens“, sagte Papa, „bekommst du deinen Lieblings-Teddy mit ins Bett. Er passt auf dich auf und ist die ganze Nacht bei dir.“ Tom drückte seinen weichen Teddy fest an sich. Das fühlte sich gleich besser an. „Zweitens“, sagte Mama, „lassen wir die Tür einen Spalt offen, damit du unser Licht im Flur siehst und uns leise hören kannst. Wir sind ganz in der Nähe, die ganze Nacht.“

„Und drittens“, sagte Papa, „bekommst du diese kleine Sternenlampe. Sie wirft winzige Sterne an die Decke. Wenn du nicht einschlafen kannst, dann zähl einfach die Sterne, ganz langsam.“ Papa knipste die Lampe an, und sofort leuchteten überall an der Zimmerdecke kleine, sanfte Sterne. „Oh, wie schön!“, staunte Tom. „Wie mein eigener Sternenhimmel.“ Es sah so friedlich aus, dass Tom sich gleich wohler fühlte.

„Und falls du dich doch einmal allein fühlst“, sagte Mama, „dann denk daran: Wir lieben dich, und wir sind nur ein paar Schritte entfernt. Du bist nie wirklich allein.“ Sie gab ihm einen Gutenachtkuss. „Du schaffst das, mein großer Tom. Und morgen früh bist du mächtig stolz auf dich.“ Dann gingen Mama und Papa leise hinaus und ließen die Tür einen Spalt offen.

Zuerst war es ungewohnt still im Zimmer. Toms Herz klopfte ein bisschen. „Ich bin ganz allein“, dachte er. Doch dann erinnerte er sich an die Tricks. Er drückte seinen Teddy fester. Er schaute zur offenen Tür und sah den warmen Lichtschein aus dem Flur. Und er hörte ganz leise Mama und Papa im Wohnzimmer reden. „Ich bin gar nicht allein“, dachte Tom erleichtert. „Sie sind ganz in der Nähe.“

Dann schaute Tom hinauf zur Decke, wo die kleinen Sterne der Lampe sanft leuchteten. „Eins, zwei, drei …“, begann er leise zu zählen. „Vier, fünf, sechs …“ Mit jedem Stern, den er zählte, wurde er ruhiger und müder. Seine Augenlider wurden schwer, sein Atem ging langsam und tief. Die kleinen Sterne über ihm leuchteten so friedlich, dass Tom ganz vergaß, dass er sich eben noch gefürchtet hatte.

„Sieben, acht, neun …“, murmelte Tom immer leiser. Sein Teddy lag warm in seinen Armen, der Lichtschein aus dem Flur war beruhigend, und die Sterne an der Decke wachten über ihn. Tom fühlte sich sicher und geborgen. Und bevor er auch nur bis zwanzig zählen konnte, war Tom in seinem eigenen Bett, ganz allein und doch nicht allein, friedlich eingeschlafen.

Am nächsten Morgen wachte Tom auf, und die Sonne schien ins Zimmer. Einen Moment lang war er verwirrt – und dann fiel es ihm ein: Er hatte die ganze Nacht in seinem eigenen Bett geschlafen! „Mama! Papa!“, rief er und sprang auf. „Ich hab es geschafft! Ich habe ganz allein in meinem Bett geschlafen!“ Mama und Papa kamen herein und strahlten. „Wir sind so stolz auf dich, Tom!“, riefen sie und nahmen ihn in den Arm.

Tom platzte fast vor Stolz. „Es war gar nicht so schlimm“, erzählte er. „Mein Teddy war bei mir, ich habe euer Licht gesehen, und ich habe die Sterne gezählt. Und dann bin ich einfach eingeschlafen.“ „Siehst du?“, sagte Papa. „Du hattest erst Angst, aber du hast es trotzdem versucht. Genau das ist Mut. Und jetzt weißt du: Du kannst das.“

In den nächsten Nächten wurde es immer leichter. Tom freute sich sogar auf sein eigenes Bett, auf seinen Teddy und auf seinen kleinen Sternenhimmel an der Decke. Manchmal zählte er noch ein paar Sterne, manchmal schlief er gleich ein. Und jedes Mal, wenn er morgens aufwachte, war er ein bisschen stolzer und ein bisschen mutiger geworden.

Und so kuschelte sich Tom Abend für Abend in sein eigenes Bett, drückte seinen Teddy, schaute zu seinen Sternen hinauf und wusste: Er war groß und mutig, und Mama und Papa waren immer in der Nähe. „Gute Nacht, Teddy. Gute Nacht, Sterne“, flüsterte er zufrieden. Und während die kleinen Sterne über ihm leuchteten, schlief der mutige Tom ganz allein und glücklich ein. Schlaf gut, Tom. Gute Nacht.