Im Schwimmbad gab es eine riesige Wasserrutsche, die sich in vielen Kurven hoch in den Himmel schraubte. Mit lautem Platschen kamen die Kinder unten an und jauchzten vor Vergnügen. Tim stand davor und schaute nach oben. „Die ist so hoch“, dachte er, und sein Bauch kribbelte. „Da traue ich mich nicht runter.“
Tims großer Bruder Jan war schon ein paar Mal gerutscht. „Komm, Tim, das macht so viel Spaß!“, rief er. Doch Tim schüttelte den Kopf. „Was, wenn es zu schnell ist? Was, wenn ich Angst bekomme da oben?“ Seine Beine fühlten sich ganz wackelig an, wenn er nur an die hohe Rutsche dachte.
„Das ist okay“, sagte Jan freundlich. „Du musst nicht. Aber weißt du was? Ich hatte beim ersten Mal auch Angst. Und dann war es das Allerbeste vom ganzen Tag.“ Tim schaute zu, wie die anderen Kinder strahlend unten ankamen und sofort wieder hochliefen. „Noch mal!“, riefen sie alle. Ein Teil von Tim wollte auch unbedingt.
Tim überlegte lange. Schließlich holte er tief Luft. „Okay“, sagte er tapfer. „Ich versuche es. Aber kommst du mit nach oben?“ „Klar“, sagte Jan. Gemeinsam stiegen sie die vielen Stufen hinauf, immer höher. Oben angekommen, schaute Tim die Rutsche hinunter, und sein Herz klopfte ganz schnell.
„Du schaffst das“, sagte Jan. „Setz dich einfach hin, halt dich fest, und lass los. Das Wasser trägt dich ganz sanft nach unten.“ Tim setzte sich an den Anfang der Rutsche. Das Wasser plätscherte unter ihm. Er zögerte einen Moment – dann holte er tief Luft und ließ los.
Und schon sauste Tim die Rutsche hinab! Durch die Kurven, mal schneller, mal langsamer, das Wasser spritzte, und der Wind sauste ihm um die Ohren. Für einen winzigen Moment war ihm mulmig – doch dann begann Tim zu lachen. „Juhuuu!“, rief er vor lauter Freude, während er um die Kurven flitzte.
Mit einem großen Platsch landete Tim unten im Becken. Er tauchte prustend und strahlend auf. „Das war ja toll!“, jubelte er. „Noch mal! Ich will noch mal!“ Jan lachte und gab ihm ein High five. „Siehst du? Du hast dich getraut, und es war großartig.“ Tim nickte überglücklich und rannte gleich wieder zur Treppe.
Den ganzen Nachmittag rutschte Tim wieder und wieder, immer mutiger und fröhlicher. Am Abend, müde und glücklich, kuschelte er sich ins Bett. „Hinter der Angst wartet manchmal der größte Spaß“, dachte er zufrieden. Mit einem Lächeln und dem Kribbeln der Rutsche noch im Bauch schlief Tim ein. Gute Nacht, mutiger Tim.
