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Tim und der böse Traum

Mut machen · Gefühle (Wut/Angst)ab 3 5 Min.
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Mitten in der Nacht schreckte Tim hoch. Sein Herz raste, und er war ganz verschwitzt. Er hatte einen bösen Traum gehabt: Ein großes, dunkles Ungeheuer hatte ihn durch einen finsteren Wald gejagt. Auch jetzt, wo er wach war, klopfte sein Herz noch wild, und das Zimmer kam ihm auf einmal unheimlich vor. „Mama!“, rief Tim mit zittriger Stimme. „Mama, komm schnell!“

Sofort hörte er Schritte, und Mama kam ins Zimmer. Sie setzte sich zu ihm auf die Bettkante und nahm ihn in den Arm. „Was ist denn, mein Schatz?“, fragte sie sanft. „Ich hatte einen ganz schlimmen Traum“, schluchzte Tim. „Ein Ungeheuer hat mich gejagt. Es war so echt, Mama. Ich hatte solche Angst.“ Mama strich ihm beruhigend über den Rücken. „Komm her“, sagte sie. „Ich bin ja da. Dir ist nichts passiert.“

„Aber es war so echt“, sagte Tim noch immer zitternd. Mama hielt ihn fest. „Ich weiß, dass sich böse Träume ganz echt anfühlen“, sagte sie. „Dein Herz klopft, und du hast richtig Angst. Aber weißt du was? Ein Traum ist nur ein Bild in deinem Kopf, das du im Schlaf siehst. Er kann dir nichts tun. Das Ungeheuer ist nicht wirklich hier – schau dich um. Hier ist nur dein gemütliches Zimmer und ich.“

Tim schaute sich vorsichtig um. Da war sein Kuscheltier, da war sein Nachtlicht, da hingen seine vertrauten Bilder an der Wand. Kein Ungeheuer, kein finsterer Wald. Nur sein eigenes, sicheres Zimmer und Mama, die ihn fest im Arm hielt. Langsam wurde sein Atem ruhiger, und sein Herz hörte auf, so wild zu klopfen. „Das Ungeheuer ist wirklich weg“, sagte er erleichtert.

„Genau“, sagte Mama. „Es war nur ein Traum, und Träume verschwinden, wenn du aufwachst. Sie können dir nichts anhaben. Manchmal träumen wir etwas Schönes und manchmal etwas Doofes – das ist bei allen Menschen so, sogar bei Erwachsenen. Aber kein Traum kann aus deinem Kopf herauskommen und dir etwas tun. Du bist immer sicher hier in deinem Bett.“

„Weißt du“, sagte Mama, „ich kenne einen kleinen Trick gegen böse Träume. Möchtest du ihn lernen?“ Tim nickte neugierig. „Bevor du wieder einschläfst, denkst du ganz fest an etwas Schönes – an deinen schönsten Tag, an einen Ort, an dem du dich richtig wohlfühlst. Wenn du mit diesen schönen Gedanken einschläfst, träumst du viel öfter etwas Schönes.“ Tim überlegte. „Der Tag am Strand mit dem Sandburgenbauen“, sagte er.

„Wunderbar“, sagte Mama. „Dann schließ jetzt die Augen und stell dir den Strand ganz genau vor. Wie der warme Sand sich anfühlt, wie die Sonne scheint, wie die Wellen rauschen. Wie du die schönste Sandburg der Welt baust.“ Tim schloss die Augen und stellte sich alles vor – den weichen Sand, das Rauschen des Meeres, die warme Sonne auf seiner Haut. Langsam breitete sich ein wohliges Gefühl in ihm aus.

„Und wenn doch noch einmal ein Ungeheuer in deinem Traum auftaucht“, sagte Mama mit einem Augenzwinkern, „dann kannst du ihm im Traum einfach eine lustige rote Clownsnase aufsetzen und es zum Kichern bringen. Denn es ist ja dein Traum – du bestimmst, was darin passiert.“ Tim musste lachen, als er sich das gruselige Ungeheuer mit einer roten Clownsnase vorstellte. Auf einmal war es gar nicht mehr gruselig, sondern richtig lustig.

„Ein Ungeheuer mit Clownsnase!“, kicherte Tim. „Das ist ja gar nicht mehr unheimlich.“ Mama lächelte. „Siehst du? So nimmst du der Angst ihre Macht. Du bist mutiger als jedes Traumungeheuer.“ Tim fühlte sich auf einmal viel stärker. Das Ungeheuer aus seinem Traum kam ihm jetzt richtig albern vor, und seine Angst war fast ganz verschwunden.

Tim kuschelte sich wieder in seine Decke. Mama deckte ihn liebevoll zu und ließ das Nachtlicht sanft leuchten. „Ich bin nebenan“, sagte sie. „Wenn du mich brauchst, ruf einfach. Aber ich glaube, jetzt träumst du etwas ganz Schönes.“ Tim nickte verschlafen. Er dachte an den Strand, an die warme Sonne und – falls nötig – an ein Ungeheuer mit roter Clownsnase. Und er musste noch einmal lächeln.

„Danke, Mama“, murmelte Tim schon halb im Schlaf. „Jetzt habe ich keine Angst mehr.“ Mama gab ihm einen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut, mein Tapferer. Träum was Schönes.“ Tim schloss die Augen, und diesmal trugen ihn seine Gedanken sanft an den warmen Strand mit den rauschenden Wellen.

Und tatsächlich – in dieser Nacht träumte Tim vom schönsten Strandtag, von Sandburgen und funkelndem Meer, ganz ohne Ungeheuer. Und falls doch eines vorbeischaute, trug es bestimmt eine lustige rote Clownsnase. Geborgen und sicher schlief Tim tief und fest bis zum Morgen. Schlaf gut, Tim. Gute Nacht.