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Superheldin Paula rettet den Tag

Mut machen · Freundschaftab 5 4 Min.
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Paula war die mutigste kleine Superheldin der ganzen Nachbarschaft. Zumindest stellte sie sich das gern vor. Sie hatte einen roten Umhang, eine glitzernde Augenmaske und einen lauten Schlachtruf: „Hier kommt Super-Paula!“ Den ganzen Tag rettete sie ihre Stofftiere aus erfundenen Gefahren und beschützte den Garten vor unsichtbaren Drachen. Es machte ihr riesigen Spaß.

„Eines Tages“, erzählte Paula ihrer Mama, „rette ich jemanden in echt. Etwas richtig Großes!“ Mama lächelte. „Das glaube ich dir, meine kleine Heldin“, sagte sie. „Aber weißt du, manchmal sind die echten Heldentaten ganz kleine, leise Dinge. Man muss nur aufmerksam sein und helfen, wenn jemand einen braucht.“ Paula nickte, dachte aber insgeheim weiter an etwas Großes und Aufregendes.

An diesem Nachmittag spielte Paula im Garten, als sie ein leises, klägliches Miauen hörte. Sie horchte. Das Miauen kam von oben. Paula schaute hinauf und entdeckte ein kleines Kätzchen, das auf einen hohen Ast des Apfelbaums geklettert war und sich nun nicht mehr heruntertraute. „Ein Tier in Not!“, rief Paula. „Ein Fall für Super-Paula!“

Doch dann zögerte sie. Der Baum war hoch, und Paula konnte nicht hinaufklettern, ohne selbst in Gefahr zu geraten. „Was würde eine echte Superheldin tun?“, überlegte sie. Eine echte Heldin, das wusste sie, stürzt sich nicht kopflos in Gefahr, sondern denkt nach und holt Hilfe. „Mama!“, rief Paula laut. „Schnell, ein Kätzchen sitzt im Baum fest!“

Mama kam sofort herbeigelaufen. Gemeinsam überlegten sie. „Wir brauchen die Leiter“, sagte Paula entschlossen, „und etwas Leckeres, um das Kätzchen zu locken.“ Mama holte die Leiter, und Paula brachte ein Schälchen mit Futter. Vorsichtig stellte Mama die Leiter an den Baum, während Paula von unten dem ängstlichen Kätzchen gut zuredete: „Keine Angst, Kätzchen, wir holen dich runter!“

Mama stieg die Leiter hinauf, und gelockt vom Futter und von Paulas sanfter Stimme, traute sich das Kätzchen langsam näher. Schließlich konnte Mama es vorsichtig greifen und sicher herunterbringen. Das kleine Kätzchen zitterte noch, schmiegte sich aber sofort dankbar an Paula. „Wir haben es gerettet!“, jubelte Paula.

Paula wiegte das Kätzchen sanft in ihren Armen, bis es aufhörte zu zittern und zufrieden zu schnurren begann. „Du hast wirklich jemanden gerettet“, sagte Mama stolz. „Und weißt du, was das Beste war? Du bist nicht einfach losgestürmt, sondern hast nachgedacht und Hilfe geholt. Das war klug und mutig zugleich. Genau so handelt eine echte Heldin.“

Paula strahlte unter ihrer glitzernden Maske. Es war zwar keine riesige, spektakuläre Rettung gewesen – aber ein kleines Kätzchen war jetzt sicher und glücklich, und das fühlte sich großartig an. „Echte Heldentaten müssen gar nicht riesig sein“, verstand Paula. „Hauptsache, man hilft.“ Das Kätzchen blieb übrigens und wurde Paulas treuer kleiner Freund.

Am Abend kuschelte sich Paula in ihr Bett, das schnurrende Kätzchen zusammengerollt zu ihren Füßen. Ihr roter Umhang hing am Bettpfosten. „Heute war ich eine echte Superheldin“, dachte sie zufrieden und stolz. Die Sterne funkelten vor dem Fenster, das Schnurren des Kätzchens klang wie ein sanftes Schlaflied, und glücklich schlief die kleine Heldin Paula ein. Schlaf gut, Paula. Gute Nacht.