Mach es dir ganz gemütlich, kuschle dich warm ein und schließ deine Augen. Heute begleiten wir den kleinen Storch Paul an einem ruhigen Abend zurück in sein warmes Nest. Atme tief ein … und ganz langsam wieder aus. Stell dir vor, die Sonne geht gerade unter und taucht das ganze Dorf in warmes, goldenes Abendlicht.
Der kleine Storch Paul war den ganzen Tag unterwegs. Er ist über die grünen Wiesen gestakst, hat im seichten Wasser nach Futter gestochert und seine breiten Flügel weit ausgebreitet, um durch die Lüfte zu segeln. Doch jetzt, am Abend, ist Paul müde geworden. „Es ist Zeit, nach Hause zu fliegen“, denkt er und gähnt.
Paul breitet seine großen Flügel aus und gleitet ganz ruhig durch die laue Abendluft. Er muss kaum mit den Flügeln schlagen – der warme Wind trägt ihn fast von allein. Unter ihm wird das Dorf langsam ruhig und still. Die Lichter in den Häusern gehen an, und überall machen sich die Tiere bereit für die Nacht. Pauls Flügelschläge werden langsam und ruhig.
Hoch oben auf einem alten Dach, auf einem breiten Schornstein, liegt Pauls Zuhause: ein großes, gemütliches Storchennest aus Zweigen und weichem Gras. Paul gleitet in einem sanften Bogen darauf zu und landet ganz weich in seinem Nest. „Endlich zu Hause“, seufzt er wohlig und faltet seine müden Flügel zusammen.
Das Nest ist warm und weich und riecht vertraut. Paul stakst ein paar Schritte und dreht sich, wie Störche es tun, ein paar Mal im Kreis, bis er das gemütlichste Plätzchen gefunden hat. Dann lässt er sich langsam hineinsinken, mitten in das weiche Gras, das ihn von allen Seiten warm umhüllt. Seine Beinchen ruhen jetzt, und sein ganzer Körper wird angenehm schwer.
Von seinem hohen Nest aus schaut Paul über das ruhige Dorf. Der Himmel färbt sich von Gold zu sanftem Violett, und ein Stern nach dem anderen erscheint. Bald funkelt der ganze Himmel über Paul, und der große, runde Mond steigt langsam auf und leuchtet sanft und silbern über die schlafenden Dächer.
Ein lauer Abendwind streicht durch das Nest und wiegt es ganz sacht, hin und her, hin und her. Paul lauscht den leisen Geräuschen des Abends: dem fernen Zirpen der Grillen, dem sanften Rauschen der Bäume. Alles ist still und friedlich. „Was für ein schöner Tag das war“, denkt Paul zufrieden, und alle Gedanken des Tages werden ganz leicht und schweben davon.
„In der Nacht“, denkt Paul schläfrig, „darf das ganze Dorf ruhen, und ich darf auch ruhen.“ Er klappert noch ein letztes, ganz leises Mal mit dem Schnabel, steckt dann den Kopf unter seinen weichen Flügel und schließt die Augen. Der Mond wacht über ihm, die Sterne funkeln, und das warme Nest hält ihn sicher und geborgen.
Atme noch einmal tief ein … und ganz langsam aus, genau wie der kleine Storch Paul. Über dir leuchtet der Mond, die Sterne funkeln am Himmel, und das ganze Dorf schläft friedlich. Jetzt darfst auch du ganz loslassen und sanft in deine Träume gleiten, warm und geborgen wie Paul in seinem Nest. Schlaf gut, kleiner Träumer. Träum schön. Gute Nacht.
