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Robin und der Schatz der Geduld

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 7 5 Min.
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In einem Dorf am Rande des großen Waldes lebte ein Junge namens Robin. Robin hatte von einem sagenhaften Schatz gehört, der tief im Wald versteckt sein sollte. „Den finde ich!“, rief er voller Eifer. „Und zwar sofort!“ Robin war nämlich sehr ungeduldig. Er wollte immer alles gleich und am liebsten gestern.

Mit einer Schatzkarte in der Hand stürmte Robin in den Wald. Doch er rannte so schnell und so wild umher, dass er gar nicht richtig auf die Karte schaute. Bald hatte er sich verlaufen. „Wo ist denn nun der Schatz?“, schimpfte er ungeduldig und trat wütend gegen einen Stein. „Warum dauert das so lange?“

Erschöpft setzte er sich an einen klaren Bach. Dort saß ein alter Angler, der ruhig seine Angel ins Wasser hielt. „Du siehst ungeduldig aus, junger Freund“, sagte der Alte. „Ich suche einen Schatz“, sprudelte Robin hervor, „aber ich finde ihn einfach nicht schnell genug!“ Der Angler lächelte. „Setz dich zu mir. Vielleicht lehrt dich das Angeln etwas.“

Robin seufzte, setzte sich aber hin. Der Angler gab ihm eine Angel. „Jetzt heißt es warten“, sagte er. „Ganz still und geduldig.“ Robin zappelte. „Aber es passiert ja nichts!“ „Geduld“, sagte der Angler ruhig. „Die guten Dinge kommen zu dem, der warten kann.“ Robin biss die Zähne zusammen und versuchte stillzuhalten.

Es dauerte lange. Robin wollte schon aufgeben, doch der Angler nickte ihm aufmunternd zu. Und dann – ein Ruck an der Angel! Robin zog vorsichtig, und ein wunderschöner, glänzender Fisch zappelte am Haken. „Ich hab ihn!“, jubelte Robin. „Weil du geduldig gewartet hast“, sagte der Angler. „Hättest du die Angel ungeduldig hin und her gerissen, wäre der Fisch längst weg.“

Robin wurde nachdenklich. Vielleicht, dachte er, suchte er den Schatz auch zu hastig. Er holte seine Karte hervor und schaute sie diesmal in Ruhe an, Zeichen für Zeichen. Und siehe da – jetzt, wo er sich Zeit nahm, verstand er sie plötzlich. „Ich muss dem Bach folgen, bis zur alten Eiche“, las er sorgfältig.

Geduldig und aufmerksam folgte Robin nun dem Weg. Er ließ sich Zeit, beobachtete die Zeichen und kam Schritt für Schritt voran. Schließlich erreichte er die alte Eiche, grub an der markierten Stelle – und fand tatsächlich eine kleine Truhe. Darin lagen nicht Gold und Juwelen, sondern ein Spruch: „Der größte Schatz ist die Geduld, denn mit ihr findest du alles.“

Robin lächelte. Er hatte zwar kein Gold gefunden, aber etwas viel Wertvolleres gelernt. Von da an war er nicht mehr so ungeduldig, sondern nahm sich Zeit für die Dinge. Am Abend, zufrieden und ein wenig stolz, kuschelte er sich in sein Bett. „Gut Ding will Weile haben“, dachte er und schlief ruhig ein. Gute Nacht, kleiner Robin.