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Pinguin Paul und das Watscheln

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 3 4 Min.
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Der kleine Pinguin Paul war ein bisschen unglücklich. Er fand, dass er sich so komisch bewegte. Statt elegant zu laufen wie die Robben oder zu fliegen wie die Möwen, watschelte er nur tapsig von einer Seite zur anderen. „Ich sehe so albern aus, wenn ich watschle“, seufzte Paul. „Wackel, wackel, wackel. Warum kann ich nicht eleganter sein?“

Eines Tages beobachtete Paul eine Möwe, die anmutig durch die Luft segelte. „Ach, könnte ich nur so schön fliegen“, dachte er sehnsüchtig. Er breitete seine kleinen Flügel aus und versuchte abzuheben – doch natürlich konnte ein Pinguin nicht fliegen. Paul flatterte angestrengt und plumpste am Ende nur auf seinen Bauch. „Ich kann gar nichts richtig“, sagte er traurig.

Die weise alte Pinguindame Oma Frieda hatte Paul beobachtet. „Warum so betrübt, kleiner Paul?“, fragte sie. „Ich bewege mich so albern“, klagte Paul. „Ich watschle nur herum und kann nicht mal fliegen.“ Oma Frieda lächelte. „Mein Junge“, sagte sie, „du versuchst, etwas zu sein, das du nicht bist. Komm mit, ich zeige dir, was ein Pinguin alles kann.“

Oma Frieda führte Paul zu einem glatten, abschüssigen Eishügel. „Schau“, sagte sie, „leg dich auf deinen Bauch und lass dich den Hügel hinuntergleiten.“ Paul tat es – und sauste in rasantem Tempo den Eishügel hinab, schneller und geschmeidiger als jede Robbe. „Juhuu!“, jubelte er. „Das macht ja riesigen Spaß! Und ich bin so schnell!“

„Siehst du?“, sagte Oma Frieda. „Auf dem Bauch zu rutschen, das können nur wir Pinguine so gut. Und jetzt komm mit ans Wasser.“ Paul watschelte hinterher – und plötzlich störte ihn sein watschelnder Gang gar nicht mehr. Am Wasser angekommen, sprang Paul hinein und glitt pfeilschnell durch die Wellen, tauchte und schoss durchs Wasser wie ein Pfeil.

„Im Wasser bist du anmutiger als jede Möwe in der Luft“, sagte Oma Frieda stolz. „Das Wasser ist dein Element. Du fliegst sozusagen durchs Wasser. Und an Land gleitest du auf dem Bauch schneller als alle anderen. Dein watschelnder Gang gehört einfach dazu – er bringt dich von einem schönen Rutsch zum nächsten.“ Paul staunte.

Paul schaute an sich hinunter und sah sich auf einmal mit ganz anderen Augen. „Mein Watscheln ist also gar nicht albern“, sagte er. „Es gehört einfach zu mir – zu einem Pinguin, der rutschen und schwimmen kann wie kein anderer.“ Ein warmer Stolz breitete sich in ihm aus. Er watschelte sogar extra fröhlich, wackel, wackel, wackel, und musste selbst darüber lachen.

Von diesem Tag an schämte sich Paul nie wieder für seinen Gang. Im Gegenteil – er watschelte stolz und fröhlich über das Eis, rutschte vergnügt die Hügel hinunter und flitzte durchs Wasser. „Ich muss nicht fliegen wie eine Möwe“, sagte er. „Ich bin ein Pinguin, und das ist etwas ganz Besonderes.“

Am Abend, müde vom vielen Rutschen und Schwimmen, kuschelte sich Paul zufrieden ins warme Pinguingefieder seiner Familie. „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“, dachte er glücklich. Über dem Eis funkelten die Sterne, ein kühler Wind strich über die Schollen, und zufrieden mit sich selbst schlief der kleine Pinguin Paul ein. Schlaf gut, Paul. Gute Nacht.