Im ewigen Eis der Antarktis lebte eine große Pinguinkolonie, und mittendrin die kleine Pinguindame Pauline. An diesem Tag war die ganze Gruppe weit hinausgewandert, um im Meer zu fischen. Auf dem langen Rückweg über das weite, weiße Eis aber blieb Pauline ein wenig zurück, weil sie eine glitzernde Eisscholle bestaunte.
Als sie aufblickte, war ihre Gruppe verschwunden. Überall um sie herum war nur Eis und Schnee, so weit das Auge reichte, und alles sah gleich aus. „Hallo?“, rief Pauline. „Wo seid ihr alle?“ Doch nur der kalte Wind antwortete ihr. Paulines kleines Herz wurde schwer vor Angst.
„Ganz ruhig“, sagte sie sich tapfer, obwohl ihr zum Weinen zumute war. „Ich darf jetzt nicht in Panik geraten. Ich muss überlegen, wie ich nach Hause finde.“ Sie schaute sich um und versuchte, sich an den Weg zu erinnern. „Wir sind immer am Meer entlanggewandert“, fiel ihr ein. „Wenn ich dem Wasser folge, finde ich bestimmt zurück.“
Tapfer watschelte Pauline los, das Meer immer in Sichtweite. Der Weg war weit und kalt, doch sie gab nicht auf. Unterwegs traf sie eine freundliche Robbe, die sich auf dem Eis sonnte. „Hast du dich verirrt, Kleine?“, fragte die Robbe. „Ja“, sagte Pauline. „Ich suche meine Kolonie.“ „Steig auf meinen Rücken“, sagte die Robbe. „Ich bringe dich ein Stück durchs Wasser.“
Dankbar kletterte Pauline auf den glatten Rücken der Robbe, die elegant durchs kühle Wasser glitt. Schneller als zu Fuß kamen sie voran. „Dort hinten“, sagte die Robbe schließlich, „hinter dem großen Eisberg, höre ich viele Pinguinstimmen. Das muss deine Kolonie sein.“ Paulines Herz machte einen Freudensprung.
Pauline bedankte sich herzlich bei der Robbe und watschelte, so schnell sie konnte, um den großen Eisberg herum. Und tatsächlich – da war ihre Kolonie! Tausende Pinguine standen beisammen, und mittendrin entdeckte sie ihre Mama, die sie suchend rief. „Mama!“, rief Pauline überglücklich und watschelte ihr entgegen.
Mama Pinguin umfing sie erleichtert mit den Flügeln. „Pauline! Ich habe mich so gesorgt!“ „Ich habe mich verirrt“, erzählte Pauline, „aber ich bin ruhig geblieben, bin dem Meer gefolgt, und eine liebe Robbe hat mir geholfen.“ Mama war mächtig stolz. „Du warst so mutig und klug, meine Kleine.“
An diesem Abend kuschelte sich Pauline ganz eng in die Wärme der Kolonie, sicher zwischen all ihren Liebsten. Draußen pfiff der eisige Wind, doch Pauline war warm und geborgen. „Ich habe ganz allein nach Hause gefunden“, dachte sie stolz und müde, dann schlief sie zufrieden ein. Schlaf gut, tapfere Pauline.
