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Panda und das rote Pandamädchen

Freundschaft · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Im Bergwald lebte ein großer, schwarz-weißer Panda namens Lubo. Er war freundlich, aber oft ein bisschen allein, denn er bewegte sich langsam und gemächlich und kam mit den flinken Tieren nicht immer mit. Eines Tages raschelte es in den Bäumen über ihm, und ein kleines, flauschiges Tier mit rotbraunem Fell und einem geringelten Schwanz huschte herab. Es war Rumi, ein rotes Pandamädchen.

„Hallo!“, rief Rumi fröhlich und kletterte kopfüber einen Ast hinab. „Du bist ja auch ein Panda, genau wie ich! Nur viel größer und in anderen Farben.“ Lubo schaute sie verwundert an. „Du bist auch ein Panda?“, fragte er. „Aber du bist so klein und rot und flink, und ich bin groß und schwarz-weiß und langsam.“ Rumi lachte. „Pandas gibt es eben in allen Formen und Farben!“

Lubo war zuerst unsicher. „Wir sind so verschieden“, sagte er. „Du sausst durch die Bäume, und ich tapse gemütlich am Boden. Können wir denn überhaupt Freunde sein?“ Rumi setzte sich neben ihn. „Aber natürlich!“, sagte sie. „Gerade weil wir verschieden sind, ist es doch spannend. Du zeigst mir die Welt da unten, und ich zeige dir die Welt da oben.“

Und so wurden der große Panda und das kleine rote Pandamädchen Freunde. Rumi sauste durch die Baumwipfel und pflückte für Lubo die besten Früchte, an die er selbst nie herankam. Und Lubo zeigte Rumi die saftigsten Bambusplätze am Boden und die gemütlichsten Schattenecken für ein Nickerchen. Jeder konnte etwas, das der andere nicht konnte.

Eines Tages blieb Rumi mit ihrem geringelten Schwanz in einer Astgabel hängen, ganz weit oben, und kam nicht mehr frei. „Lubo, Hilfe!“, rief sie. Lubo schaute hinauf. Klettern konnte er nicht so gut, aber er war groß und stark. Er stellte sich unter den Ast, reckte sich zu seiner vollen Größe empor und konnte Rumi gerade so stützen, bis sie sich befreien und auf seinen breiten Rücken klettern konnte.

„Danke, Lubo!“, rief Rumi erleichtert. „Allein hätte ich mich nie befreien können. Gut, dass du so groß und stark bist!“ Lubo lächelte. „Und gut, dass du so flink bist und mir immer die Früchte von oben holst“, sagte er. „Siehst du? Wir ergänzen uns. Zusammen sind wir das beste Pandateam des ganzen Waldes.“

Von da an waren Lubo und Rumi unzertrennlich. Die anderen Tiere staunten über das ungleiche Paar – den großen, gemütlichen Panda und das kleine, quirlige rote Pandamädchen. Doch die beiden kümmerte das nicht. „Freundschaft braucht keine Gleichheit“, sagte Lubo. „Sie braucht nur ein gutes Herz.“

Sie verbrachten ihre Tage zusammen, mal hoch in den Bäumen, mal gemütlich am Boden, und hatten immer Spaß. Rumi lernte von Lubo die Ruhe und Gemütlichkeit, und Lubo lernte von Rumi ein bisschen mehr Mut und Verspieltheit. Sie machten einander zu besseren, glücklicheren Pandas.

Am Abend, als die Sonne hinter den Bergen versank, kuschelten sich die beiden Freunde aneinander – das kleine rote Pandamädchen warm an den großen, weichen Panda geschmiegt. „Gute Nacht, Lubo“, gähnte Rumi. „Gute Nacht, Rumi“, brummte Lubo zufrieden. Die Sterne kamen über dem Bergwald hervor, ein kühler Wind strich durch die Wipfel, und glücklich über ihre besondere Freundschaft schliefen die beiden Pandas ein. Schlaf gut, ihr beiden. Gute Nacht.