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Panda Pia und der verlorene Schmetterling

Freundschaft · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Die kleine Pandadame Pia saß an einem sonnigen Nachmittag in ihrem Bambuswald und knabberte zufrieden an einem zarten Blatt, als sie ein leises, trauriges Flattern hörte. Ganz in ihrer Nähe saß ein winziger, bunter Schmetterling auf einem Halm. Seine Flügel hingen müde herab, und er sah verloren aus. „Hallo, kleiner Schmetterling“, sagte Pia sanft. „Warum bist du so traurig?“

„Ich habe mich verirrt“, flüsterte der Schmetterling mit feiner Stimme. „Ein starker Wind hat mich weit fortgetragen, und jetzt finde ich meine Blumenwiese nicht mehr. Überall hier ist nur Bambus, und ich weiß nicht, wo mein Zuhause ist.“ Eine winzige Träne glänzte in seinem Auge. „Ich werde meine Familie nie wiederfinden.“

Pia bekam sofort ein weiches Herz. „Keine Sorge“, sagte sie. „Ich helfe dir, deine Blumenwiese wiederzufinden. Wie sieht sie denn aus?“ Der Schmetterling überlegte. „Sie ist voller bunter Blumen“, sagte er, „und ganz in der Nähe plätschert ein kleiner Bach. Und es duftet herrlich nach Lavendel.“ Pia nickte. „Einen Bach und Blumen kenne ich. Komm, setz dich auf meine Nase, dann suchen wir gemeinsam.“

Vorsichtig ließ sich der Schmetterling auf Pias weicher Nase nieder, und Pia tapste los. Sie wanderte durch den Bambuswald, immer dem Geräusch von Wasser nach. „Hörst du das Plätschern?“, fragte sie. Bald kamen sie an einen kleinen Bach. „Ist das deiner?“, fragte Pia. Der Schmetterling schaute sich um. „Nein“, sagte er traurig. „Hier wachsen keine Blumen.“

Doch Pia gab nicht auf. „Dann folgen wir dem Bach“, sagte sie geduldig. „Bäche fließen oft durch Blumenwiesen.“ Langsam tapste sie am Ufer entlang, immer weiter, mal über Steine, mal durch dichtes Gebüsch. Es war ein weiter Weg, und manchmal wurde Pia müde, aber sie dachte an den traurigen Schmetterling und ging weiter.

Nach einer langen Wanderung wurde der Bambuswald lichter, und auf einmal öffnete sich vor ihnen eine wunderschöne Wiese, über und über bedeckt mit bunten Blumen. Ein herrlicher Lavendelduft lag in der Luft. „Das ist sie!“, jubelte der Schmetterling und flatterte aufgeregt mit den Flügeln. „Das ist meine Wiese! Du hast sie gefunden!“

Schon kamen viele andere Schmetterlinge herbeigeflattert. „Da bist du ja endlich!“, riefen sie freudig. „Wir haben dich überall gesucht!“ Der kleine Schmetterling drehte sich glücklich im Kreis und kehrte dann noch einmal zu Pia zurück. „Danke, liebe Pia“, sagte er gerührt. „Du bist so weit gewandert und hast nicht aufgegeben, nur um mir zu helfen. Das werde ich nie vergessen.“

Pia lächelte. „Es war doch selbstverständlich“, sagte sie. „Ich konnte dich doch nicht allein und traurig lassen.“ Zum Dank tanzten alle Schmetterlinge um Pia herum, ein wirbelnder, bunter Reigen, der schönste Tanz, den Pia je gesehen hatte. Ihr Herz wurde ganz warm vor Freude. Dann verabschiedete sie sich und machte sich auf den langen Heimweg.

Am Abend, müde von der weiten Wanderung, aber glücklich, kuschelte sich Pia in ihr weiches Nest aus Bambusblättern. „Heute habe ich einem kleinen Schmetterling nach Hause geholfen“, dachte sie zufrieden. Vor ihrem inneren Auge tanzten noch die bunten Schmetterlinge. Die Sterne funkelten über dem Bambuswald, ein milder Wind raschelte in den Halmen, und mit einem warmen, glücklichen Herzen schlief die kleine Pandadame Pia ein. Schlaf gut, Pia. Gute Nacht.