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Panda Lina und der erste Schnee

Gefühle (Wut/Angst) · Dankbarkeitab 3 4 Min.
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Eines Morgens erwachte das kleine Pandamädchen Lina und traute ihren Augen kaum. Über Nacht hatte sich der ganze Bambuswald verwandelt. Alles war weiß! Die Bambushalme, die Äste, der Boden – alles war von einer weichen, glitzernden Decke überzogen. „Mama!“, rief Lina aufgeregt. „Was ist das? Der Wald ist ja ganz weiß geworden!“

Mama Panda schaute aus der gemütlichen Höhle und lächelte. „Das ist Schnee, mein Schatz“, sagte sie. „Heute Nacht hat es zum ersten Mal in deinem Leben geschneit. Komm, ich zeige dir die schöne Winterwelt.“ Vorsichtig tapste Lina hinaus. Unter ihren Pfoten knirschte der Schnee ganz leise. „Es knirscht!“, kicherte sie und hüpfte ein paar Schritte.

Neugierig stupste Lina mit ihrer schwarzen Nase in den Schnee. Er war kalt und kitzelte, und als sie schnaubte, stob er in einer kleinen weißen Wolke davon. „Er fliegt!“, staunte Lina. Über ihr fielen einzelne dicke Schneeflocken vom Himmel, langsam und lautlos. Lina streckte die Zunge heraus, und eine Flocke landete darauf und schmolz sofort weg. „Sie ist gleich verschwunden!“, lachte sie.

Mama Panda zeigte Lina, wie man im Schnee spielt. Sie kullerten gemeinsam einen sanften Hang hinunter und hinterließen lustige Spuren im Weiß. Lina rollte sich kugelrund und sammelte dabei so viel Schnee in ihrem Fell, dass sie aussah wie ein flauschiger Schneeball. „Schau, Mama, ich bin ein Schnee-Panda!“, rief sie und schüttelte sich lachend.

Überall im weißen Wald glitzerte der Schnee in der Wintersonne, als hätte jemand tausend winzige Diamanten ausgestreut. „Wie schön das ist“, flüsterte Lina ehrfürchtig. Sie entdeckte die Spuren eines Hasen im Schnee und die feinen Abdrücke kleiner Vogelfüße. „Der Schnee zeigt, wer alles hier war“, erklärte Mama.

Bald aber wurde Lina kalt an den Pfoten. „Mama, mir frieren die Füße“, sagte sie und zitterte ein wenig. „Komm, mein Schatz“, sagte Mama. „Jetzt zeige ich dir das Schönste am Winter: das warme Kuscheln danach.“ Sie führte Lina zurück in die gemütliche Höhle, wo es trocken und windgeschützt war und der Boden mit weichem, trockenem Laub ausgelegt war.

Dort kuschelte sich Lina ganz dicht an Mamas warmen, dicken Pelz, und sofort wurde ihr mollig warm. Draußen fiel der Schnee weiter leise vom Himmel, doch in der Höhle war es kuschelig und sicher. „So ist es schön“, seufzte Lina wohlig. „Draußen kalt und weiß, und hier drinnen warm und gemütlich.“ Mama legte einen Arm um sie.

„Das ist das Geheimnis des Winters“, sagte Mama sanft. „Draußen ruht die ganze Natur unter ihrer weißen Decke. Die Bäume schlafen, der Bambus ruht, alles wird still und friedlich, bis der Frühling kommt.“ Lina lauschte. Tatsächlich – es war so still wie nie. Nur das ruhige Atmen ihrer Mama und das leise Fallen der Schneeflocken.

Die weiße Stille machte Lina ganz ruhig und müde. Sie schaute noch einmal hinaus, wo die Schneeflocken lautlos vom Himmel sanken, immer langsamer, immer sanfter, und ihre Augenlider wurden schwer. „Der Winter ist schön“, murmelte sie verschlafen, „besonders das Kuscheln.“ Mama drückte sie sanft. „Schlaf gut, mein kleines Schnee-Pandamädchen“, flüsterte sie. Und während draußen der Schnee leise weiterfiel und den Bambuswald in ein weiches Schlaflied hüllte, schlief Lina wohlig und geborgen ein. Schlaf gut, Lina. Gute Nacht.