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Oma erzählt vom Mond

Gefühle (Wut/Angst) · Dankbarkeitab 5 4 Min.
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Der kleine Jan war zu Besuch bei seiner Oma und durfte ausnahmsweise länger aufbleiben. Gemeinsam saßen sie am Abend auf der Veranda und schauten in den Himmel, wo gerade der große, runde Mond aufging. „Oma“, fragte Jan, „warum scheint der Mond eigentlich nachts?“ Oma lächelte und zog ihn auf ihren Schoß.

„Der Mond“, sagte Oma sanft, „ist ein guter Freund von uns allen. Jede Nacht steigt er an den Himmel und wacht über die Menschen, die schlafen. Er leuchtet sanft, damit sich niemand im Dunkeln fürchten muss.“ Jan schaute zum Mond hinauf. „Wacht er auch über mich?“, fragte er. „Aber ganz bestimmt“, sagte Oma.

„Weißt du, was das Schönste am Mond ist?“, fuhr Oma fort. „Es ist überall auf der Welt derselbe Mond. Egal, wie weit zwei Menschen voneinander entfernt sind – sie schauen zum selben Mond hinauf. Auch deine Mama und dein Papa zu Hause sehen jetzt gerade denselben Mond wie wir.“ Jans Augen wurden groß. „Wirklich? Derselbe?“

„Ja“, sagte Oma. „Und weißt du, als ich ein kleines Mädchen war, hat mir meine Oma dasselbe erzählt. Und wenn ich sie vermisst habe, habe ich einfach zum Mond hinaufgeschaut und gewusst: Sie sieht jetzt denselben Mond. So waren wir verbunden, auch wenn wir nicht beieinander waren.“ Jan kuschelte sich enger an Oma.

„Das heißt“, sagte Jan nachdenklich, „wenn ich wieder zu Hause bin und dich vermisse, Oma, dann muss ich nur zum Mond schauen?“ „Ganz genau“, sagte Oma und drückte ihn. „Dann schaust du zum Mond, und ich schaue auch zum Mond, und so sind wir zusammen, auch wenn wir weit voneinander entfernt sind. Der Mond verbindet alle, die sich liebhaben.“

Jan fand diesen Gedanken wunderschön. Er stellte sich vor, wie überall auf der Welt Menschen zum Mond hinaufschauten – Kinder und Großeltern, Freunde und Familien, alle mit demselben sanften Mondlicht über sich. „Dann ist der Mond ja wie ein großes Band, das uns alle zusammenhält“, sagte er. Oma nickte gerührt. „So ist es, mein Schatz.“

Als es Zeit zum Schlafen wurde, brachte Oma Jan ins Bett, gleich neben dem Fenster, durch das der Mond hereinschien. „Gute Nacht, Jan“, sagte Oma und gab ihm einen Kuss. „Der Mond passt auf dich auf.“ Jan schaute zum leuchtenden Mond hinauf und lächelte. Er fühlte sich sicher und geborgen und mit allen verbunden, die er liebte.

„Gute Nacht, lieber Mond“, flüsterte Jan, „und gute Nacht, Mama und Papa, wo immer ihr seid.“ Mit dem warmen Gedanken, dass derselbe Mond über allen wachte, kuschelte sich Jan ein und schlief glücklich und geborgen ein. Gute Nacht, kleiner Jan.