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Mios Geburtstagsüberraschung

Freundschaft · Dankbarkeitab 5 4 Min.
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Der kleine Dachs Mio konnte es kaum erwarten: In einer Woche hatte er Geburtstag. Tag und Nacht träumte er von einem riesigen Fest mit Bergen von Geschenken. „Ich will das größte Geburtstagsfest, das der Wald je gesehen hat“, sagte er zu seiner Mama. „Mit ganz vielen Geschenken nur für mich!“

Die Woche verging, und Mios Geburtstag kam. Seine Freunde – der Hase, das Eichhörnchen, die kleine Maus und der Igel – kamen alle zu seinem Bau. Jeder hatte ein kleines, liebevoll gemachtes Geschenk dabei: eine bunte Feder, eine glänzende Kastanie, eine selbstgepflückte Blume.

Doch Mio war enttäuscht. „Ist das alles?“, fragte er und schaute auf die kleinen Geschenke. „Ich hatte mir viel mehr gewünscht. Viel größere Sachen!“ Seine Freunde wurden ganz still und schauten betreten zu Boden. Die Freude war wie weggeblasen, und der schöne Tag drohte zu verderben.

Mios Mama nahm ihn sanft zur Seite. „Mio“, sagte sie leise, „schau einmal genau hin. Der Hase ist den weiten Weg vom anderen Ende des Waldes gekommen. Die Maus hat ihre schönste Kastanie für dich ausgesucht. Der Igel hat die Blume gepflückt, obwohl er sich dabei fast gepiekst hätte. Das sind keine kleinen Geschenke. Das ist ihre Freundschaft.“

Mio schaute zu seinen Freunden hinüber, die traurig dasaßen. Auf einmal schämte er sich. Er hatte nur an große Geschenke gedacht und gar nicht gesehen, was wirklich zählte: dass alle gekommen waren, weil sie ihn gernhatten. „Ich war undankbar“, dachte er. „Dabei sind sie das schönste Geschenk.“

Mio sprang auf. „Es tut mir leid“, sagte er zu seinen Freunden. „Eure Geschenke sind wunderschön, und das Allerschönste ist, dass ihr alle hier seid. Lasst uns feiern!“ Die Gesichter seiner Freunde hellten sich auf, und schon war die Fröhlichkeit zurück.

Sie spielten Verstecken zwischen den Bäumen, kullerten den Hügel hinunter und teilten den großen Beerenkuchen, den Mios Mama gebacken hatte. Sie lachten so viel, dass ihnen die Bäuche wehtaten. Mio hatte noch nie einen so schönen Tag erlebt – und das ganz ohne große Geschenke.

Als der Abend kam und die Freunde sich verabschiedeten, drückte jeder Mio fest. „Danke, dass ihr da wart“, sagte Mio von Herzen. „Das war der beste Geburtstag überhaupt.“ Und diesmal meinte er es wirklich so.

In seinem Bau betrachtete Mio die bunte Feder, die Kastanie und die Blume, die er nun in Ehren hielt. „Das schönste Geschenk“, dachte er glücklich, „sind gar keine Geschenke. Es sind Freunde.“ Zufrieden und dankbar kuschelte er sich in sein Bett und schlief mit einem Lächeln ein. Schlaf gut, kleiner Mio.