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Mia und die Angst vor dem Dunkeln

Mut machen · Gefühle (Wut/Angst)ab 3 5 Min.
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Mia war ein fröhliches Mädchen, das den ganzen Tag lachte, spielte und herumtollte. Doch jeden Abend, wenn es Zeit zum Schlafen wurde und das Licht ausging, da wurde Mia ganz still. Denn Mia hatte Angst vor dem Dunkeln. Sobald das Zimmer dunkel war, schienen die vertrauten Dinge auf einmal fremd und ein bisschen gruselig. „Mama, mach das Licht wieder an“, rief sie dann jedes Mal mit zittriger Stimme.

Mias Mama kam herein, setzte sich auf die Bettkante und nahm Mias Hand. „Wovor hast du denn Angst, mein Schatz?“, fragte sie sanft. „Vor dem Dunkeln“, flüsterte Mia. „Im Dunkeln sieht alles so anders aus. Der Schrank dort sieht aus wie ein großer Schatten, und ich weiß nicht, was sich darin versteckt.“ Mama nickte verständnisvoll. „Komm“, sagte sie, „ich zeige dir, dass im Dunkeln nichts Gruseliges ist. Wir schauen es uns ganz in Ruhe gemeinsam an.“

Mama knipste eine kleine Taschenlampe an und gab sie Mia. „Schau“, sagte sie, „du bestimmst, wohin das Licht scheint. Leuchte einmal zum Schrank.“ Mia richtete die Lampe auf den großen Schatten – und da war nur der ganz normale Schrank mit ihren Kleidern darin. „Oh“, sagte Mia. „Das ist ja gar kein gruseliges Wesen. Das ist nur mein Schrank.“ „Genau“, sagte Mama. „Im Dunkeln sieht vieles fremd aus. Aber es ist immer noch dasselbe wie am Tag.“

Gemeinsam leuchteten sie durch das ganze Zimmer. Der gruselige Schatten in der Ecke war nur Mias Schaukelstuhl. Das seltsame Etwas auf dem Regal war nur ihr Teddybär. Und das leise Rascheln am Fenster war nur der Wind, der sanft mit dem Vorhang spielte. Mit jeder Sache, die Mia beleuchtete und wiedererkannte, wurde ihre Angst ein kleines Stückchen kleiner. „Es ist alles ganz normal“, stellte sie fest. „Auch im Dunkeln.“

„Weißt du“, sagte Mama, „die Dunkelheit ist eigentlich etwas ganz Schönes. Sie ist wie eine weiche, dunkle Decke, die sich über die ganze Welt legt, damit alle gut schlafen können. Schau mal aus dem Fenster.“ Mia schaute hinaus und sah den dunklen Himmel voller funkelnder Sterne und den silbernen Mond. „Im Hellen kann man die Sterne gar nicht sehen“, sagte Mama. „Erst die Dunkelheit zeigt sie uns. Ist das nicht ein schönes Geschenk?“

Mia betrachtete die Sterne und musste lächeln. „Sie sind wunderschön“, flüsterte sie. „Und der Mond passt auf uns auf, die ganze Nacht“, sagte Mama. „Solange er da oben leuchtet, brauchst du dich nie zu fürchten.“ Mia kuschelte sich tiefer in ihr Bett. Die Dunkelheit fühlte sich auf einmal gar nicht mehr bedrohlich an, sondern eher ruhig und friedlich.

„Und weißt du was?“, sagte Mama. „Damit du dich noch wohler fühlst, schenke ich dir ein kleines Nachtlicht. Es leuchtet ganz sanft, wie ein winziger Stern, die ganze Nacht.“ Sie stellte ein warm leuchtendes kleines Licht auf Mias Nachttisch. Das weiche Licht tauchte das Zimmer in einen gemütlichen Schein, und Mia fühlte sich gleich noch sicherer. „Das ist schön“, sagte sie. „Wie ein kleiner Mond in meinem Zimmer.“

„Und falls du nachts doch mal Angst bekommst“, sagte Mama, „dann denk an etwas Schönes. Stell dir vor, du liegst auf einer weichen Wolke unter dem Sternenhimmel, ganz sicher und geborgen.“ Mia schloss die Augen und stellte es sich vor: die weiche Wolke, die funkelnden Sterne, der freundliche Mond. Es war ein wunderschönes Bild, und es machte sie ganz ruhig und müde.

In dieser Nacht passierte etwas Besonderes: Als Mama das große Licht ausmachte, rief Mia nicht mehr „Mach es wieder an!“. Stattdessen schaute sie zum sanften Nachtlicht, dann hinaus zu den Sternen, und sie fühlte sich sicher. „Gute Nacht, Mama“, sagte sie tapfer. „Ich glaube, ich schaffe das jetzt.“ Mama lächelte stolz und gab ihr einen Kuss. „Ich bin so stolz auf dich, meine mutige Mia.“

In den nächsten Nächten wurde es immer leichter. Mia entdeckte, dass die Dunkelheit gar nicht ihr Feind war, sondern eher eine ruhige, freundliche Begleiterin, die ihr half einzuschlafen. Manchmal lag sie noch einen Moment wach, schaute zu den Sternen und freute sich an ihrer Schönheit. Ihre Angst war fast ganz verschwunden, und an ihre Stelle war ein warmes, sicheres Gefühl getreten.

„Ich hatte solche Angst vor dem Dunkeln“, erzählte Mia ihrer Mama eines Abends stolz, „und jetzt finde ich es eigentlich ganz schön.“ Mama drückte sie liebevoll. „Du warst sehr mutig“, sagte sie. „Du hast deiner Angst ins Gesicht geschaut und gemerkt, dass sie viel größer war als das, wovor du dich gefürchtet hast.“ Mia nickte zufrieden. Sie war stolz auf sich.

Und so kuschelte sich Mia in ihr Bett, das sanfte Nachtlicht leuchtete wie ein kleiner Stern, und durch das Fenster funkelte der Sternenhimmel. „Gute Nacht, Sterne. Gute Nacht, Mond“, flüsterte Mia und schloss ohne Angst die Augen. Und während die Dunkelheit sich weich und freundlich über sie legte, schlief das mutige Mädchen Mia ruhig und glücklich ein. Schlaf gut, Mia. Gute Nacht.