Mia hatte sich schon die ganze Woche auf das große Picknick im Park gefreut. Endlich war der Tag da. Zusammen mit Mama und Papa packte sie einen Korb voller Leckereien: Brötchen, Obst, Kekse und ihre Lieblingslimonade. „Heute wird der schönste Tag“, jubelte Mia, als sie zum Park aufbrachen.
Im Park breiteten sie eine bunte Decke auf der Wiese aus und begannen zu picknicken. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, und alles war wunderbar. Doch plötzlich zogen dunkle Wolken auf. Ein erster Donner grollte in der Ferne, und dann fielen die ersten dicken Regentropfen. „Oh nein!“, rief Mia. „Ein Gewitter!“
Schnell packten sie alles zusammen und liefen nach Hause, doch sie wurden trotzdem ganz nass. Mia war furchtbar enttäuscht. „Jetzt ist unser schönes Picknick verdorben“, sagte sie traurig und schaute zum strömenden Regen hinaus. „Der ganze Tag ist verregnet.“ Eine kleine Träne kullerte über ihre Wange.
Papa setzte sich zu ihr. „Weißt du was, Mia?“, sagte er mit einem Zwinkern. „Wer sagt denn, dass ein Picknick nur draußen geht? Lass uns einfach drinnen picknicken!“ Mia schaute ihn überrascht an. „Drinnen? Geht das denn?“ „Na klar“, lachte Mama. „Wir machen ein Gewitter-Picknick im Wohnzimmer!“
Gemeinsam breiteten sie die bunte Picknickdecke mitten im Wohnzimmer aus. Sie bauten aus Stühlen und Decken eine gemütliche Höhle, zündeten eine kleine Lampe an und legten all die Leckereien in die Mitte. Draußen prasselte der Regen ans Fenster, und der Donner grollte – doch drinnen war es warm und gemütlich.
„Das ist ja noch viel schöner!“, rief Mia begeistert. In ihrer Deckenhöhle aßen sie Brötchen und Kekse, tranken Limonade und erzählten sich Geschichten. Bei jedem Donnerschlag kuschelten sie sich enger zusammen und lauschten dem Regen, der wie Musik ans Fenster trommelte. Mia hatte ihre Enttäuschung ganz vergessen.
„Manchmal“, sagte Papa, „wird aus etwas, das schiefgeht, etwas noch Schöneres – wenn man nur offen dafür ist.“ Mia nickte glücklich. Das Gewitter-Picknick im Wohnzimmer war viel gemütlicher gewesen als jedes Picknick im Park. „Ich hoffe fast, dass es nächstes Mal wieder regnet“, kicherte sie.
Als das Gewitter vorübergezogen war und draußen alles frisch gewaschen glänzte, kuschelte sich Mia müde und zufrieden in ihr Bett. „Ein verregneter Tag“, dachte sie, „kann trotzdem der schönste werden.“ Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief Mia ein. Gute Nacht, kleine Mia.
