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Mia lernt Fahrrad fahren

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 5 Min.
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Mia hatte ein wunderschönes Fahrrad, doch bisher fuhr sie immer mit zwei kleinen Stützrädern hinten dran. Eines Tages sah sie die größeren Kinder ohne Stützräder fahren, frei und schnell, und sie dachte: „Das möchte ich auch können.“ Doch als Papa die Stützräder abschraubte, bekam Mia es plötzlich mit der Angst zu tun. „Was, wenn ich umfalle?“, fragte sie und schaute unsicher auf das wackelige Rad.

Papa kniete sich zu ihr. „Es ist ganz normal, dass du Angst hast“, sagte er. „Fahrradfahren ohne Stützräder muss man erst lernen, und am Anfang wackelt es. Aber weißt du was? Wir machen das Schritt für Schritt, und ich halte dich die ganze Zeit fest. Du fällst nicht – ich bin direkt hinter dir.“ Mia schaute ihn an. „Versprochen?“ „Ganz fest versprochen“, sagte Papa und lächelte.

„Zuerst“, sagte Papa, „übst du nur das Gleichgewicht. Setz dich aufs Rad und lass dich von mir festhalten. Spür einfach, wie sich das anfühlt.“ Mia setzte sich auf den Sattel, und Papa hielt das Rad fest. Es wackelte ein bisschen, aber Papas Hände waren sicher. „Gar nicht so schlimm“, dachte Mia. Sie stellte die Füße auf die Pedale, und Papa schob sie ganz langsam an, immer fest haltend.

„Jetzt tritt in die Pedale“, sagte Papa, „ganz gleichmäßig, und schau nach vorne, nicht auf den Boden.“ Mia trat in die Pedale, und das Rad rollte vorwärts, während Papa nebenherlief und sie festhielt. „Ich fahre!“, rief Mia. „Du hältst mich, oder?“ „Ich halte dich“, sagte Papa und lief mit. So drehten sie ein paar Runden, Mia trat, und Papa hielt sicher das Rad. Mit jeder Runde wurde Mia ein bisschen sicherer.

Doch dann passierte es: Beim Anfahren wackelte das Rad zu stark, und Mia verlor das Gleichgewicht. Sie kippte zur Seite – aber Papa fing sie auf, bevor sie hinfiel. Trotzdem erschrak Mia. „Ich kann das nicht!“, rief sie mit Tränen in den Augen. „Ich falle bestimmt hin und tu mir weh.“ Papa nahm sie in den Arm. „Beim Lernen wackelt es eben“, sagte er ruhig. „Das gehört dazu. Niemand kann es gleich beim ersten Mal. Versuch es einfach noch einmal.“

Mia atmete tief durch. „Noch einmal“, sagte sie tapfer. Wieder setzte sie sich aufs Rad, wieder hielt Papa sie fest, und wieder trat sie in die Pedale. Diesmal blieb sie etwas länger im Gleichgewicht. „Siehst du?“, sagte Papa. „Schon besser. Jedes Mal wirst du ein bisschen sicherer.“ Und tatsächlich – mit jeder Runde wackelte es weniger, und Mia spürte, wie sie das Gleichgewicht immer besser halten konnte.

Nach vielen Runden sagte Papa: „Mia, ich verrate dir ein Geheimnis. Eben, in den letzten Runden, habe ich das Rad schon gar nicht mehr festgehalten. Du bist ganz allein gefahren!“ Mia traute ihren Ohren kaum. „Wirklich? Ganz allein?“ „Ganz allein“, sagte Papa stolz. „Du kannst es schon. Du hast es nur noch nicht gemerkt, weil du dachtest, ich halte dich.“ Mia strahlte über das ganze Gesicht.

Mit neuem Mut wagte Mia es jetzt ganz bewusst allein. Papa gab ihr einen sanften Anschub, und dann fuhr sie los – ohne Stützräder, ohne dass Papa sie hielt, ganz allein. Sie trat in die Pedale, hielt das Gleichgewicht und fuhr! Der Wind strich ihr durchs Haar, und ein wunderbares Gefühl von Freiheit durchströmte sie. „Ich fahre! Ich fahre ganz allein!“, jubelte Mia.

Sie drehte eine große Runde über den Platz, und Papa klatschte und jubelte. „Bravo, Mia! Du machst das fantastisch!“ Mia konnte gar nicht mehr aufhören. Immer wieder fuhr sie ihre Runden, lachte und genoss das Gefühl, frei und schnell zu sein. Die Angst vom Anfang war völlig verschwunden, und an ihre Stelle war pure Freude und mächtiger Stolz getreten.

„Ich hatte solche Angst hinzufallen“, sagte Mia, als sie eine Pause machte und ihr Eis verdiente, das Papa ihr versprochen hatte. „Und jetzt liebe ich es!“ Papa nickte. „Weißt du, warum du es geschafft hast?“, fragte er. „Weil du mutig warst und nicht aufgegeben hast, auch als es einmal wackelte. Du hast es immer wieder versucht. Genau so lernt man alles im Leben.“ Mia war so stolz auf sich.

Den ganzen restlichen Tag fuhr Mia Fahrrad, und am Abend war sie herrlich müde von all dem Üben und der Freude. Sie konnte es kaum erwarten, am nächsten Tag wieder zu fahren – und vielleicht bald sogar bis zum Spielplatz und zurück, ganz allein.

Im Bett kuschelte sich Mia in ihre Decke. In Gedanken fuhr sie noch einmal über den Platz, den Wind im Haar, frei und schnell. „Ich kann Fahrrad fahren“, dachte sie glücklich und stolz. Papa gab ihr einen Gutenachtkuss. Die Sterne funkelten vor dem Fenster, und voller Stolz auf ihren Mut schlief das tapfere Mädchen Mia zufrieden ein. Schlaf gut, Mia. Gute Nacht.