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Max zieht um und findet neue Freunde

Mut machen · Freundschaftab 5 5 Min.
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Max war mit seiner Familie in eine neue Stadt gezogen. Alles war fremd: das neue Haus, die neue Straße, der neue Spielplatz. Max saß traurig in seinem Zimmer zwischen den noch halb ausgepackten Kisten. „Ich vermisse meine alten Freunde“, sagte er zu Mama. „Hier kenne ich niemanden. Bestimmt finde ich nie wieder so gute Freunde wie zu Hause.“ Ein Kloß saß ihm im Hals, und am liebsten wäre er einfach zurückgezogen.

Mama setzte sich zu ihm auf den Boden. „Ich verstehe, dass du traurig bist“, sagte sie sanft. „Umziehen ist schwer, und seine Freunde zu vermissen tut weh. Das darf auch wehtun.“ Sie nahm ihn in den Arm. „Aber weißt du was? Deine alten Freunde bleiben deine Freunde – ihr könnt euch schreiben und besuchen. Und hier, an deinem neuen Zuhause, warten ganz bestimmt auch neue Freunde auf dich. Du musst sie nur kennenlernen.“

„Aber wie soll ich das machen?“, fragte Max. „Ich trau mich doch nicht, einfach fremde Kinder anzusprechen.“ Mama lächelte. „Weißt du noch, wie du deine alten Freunde kennengelernt hast?“, fragte sie. „Auch die waren mal fremd. Eine Freundschaft beginnt immer mit einem ersten kleinen Schritt: einem freundlichen Hallo, einem Lächeln, der Frage, ob man zusammen spielen möchte. Mehr braucht es am Anfang gar nicht.“

Am nächsten Nachmittag schlug Mama vor, zum Spielplatz an der neuen Straße zu gehen. Max' Herz klopfte, als sie ankamen. Auf dem Spielplatz spielten ein paar Kinder, die er noch nie gesehen hatte. „Ich trau mich nicht“, flüsterte Max und blieb am Rand stehen. „Du musst ja nicht gleich alle ansprechen“, sagte Mama. „Schau erst einmal, womit die anderen spielen. Vielleicht magst du etwas Ähnliches.“

Max beobachtete die Kinder. Ein Junge baute in der Sandkiste an einer großen Sandburg – genau so etwas baute Max auch am liebsten! Das gab ihm Mut. Langsam ging er näher. Sein Herz klopfte, aber er dachte an Mamas Worte: ein freundliches Hallo, das ist der erste Schritt. Er holte tief Luft. „H-hallo“, sagte er. „Deine Sandburg sieht toll aus. Darf ich mitbauen?“

Der Junge schaute auf und strahlte. „Klar!“, sagte er. „Ich bin Leon. Ich brauche sowieso Hilfe für den großen Turm.“ Max setzte sich dazu, und gemeinsam bauten sie an der Sandburg. Es war auf einmal ganz leicht. Sie redeten und lachten, gruben einen Burggraben und bauten Türme. Max merkte gar nicht, wie die Zeit verging. „Das macht Spaß!“, dachte er. „Genau wie mit meinen alten Freunden.“

Bald kamen noch zwei andere Kinder dazu, ein Mädchen namens Pia und ihr kleiner Bruder. „Wollt ihr mitbauen?“, fragte Leon, und schon waren sie zu viert. Sie spielten Fangen, schaukelten um die Wette und lachten zusammen. Max fühlte sich gar nicht mehr fremd. Die neuen Kinder waren genauso nett wie seine alten Freunde – er hatte sie nur noch nicht gekannt.

Als Mama Max abholte, sprudelte er nur so über. „Mama, ich habe neue Freunde gefunden! Leon und Pia und ihren Bruder! Wir haben eine riesige Sandburg gebaut, und morgen wollen wir wieder spielen!“ Mama lächelte und drückte ihn. „Das ist wunderbar, Max. Siehst du? Du hattest Angst, und du hast es trotzdem gewagt. Und schon hast du neue Freunde.“

„Es war gar nicht so schwer“, sagte Max staunend. „Ich musste nur Hallo sagen und fragen, ob ich mitspielen darf.“ Mama nickte. „Genau. Der erste Schritt ist immer der schwerste. Aber wenn man ihn wagt, wartet oft etwas Schönes dahinter.“ Max nahm sich vor, am nächsten Tag wieder zum Spielplatz zu gehen. Und er freute sich sogar ein bisschen auf sein neues Zuhause.

Am Abend schrieb Max noch eine Postkarte an seinen alten besten Freund und malte die neue Sandburg darauf. „Ich vermisse dich“, schrieb er, „aber ich habe auch schon neue Freunde gefunden. Komm mich bald besuchen!“ So merkte Max: Er musste seine alten Freunde nicht vergessen, um neue zu finden. In seinem Herzen war Platz für beide.

Müde und glücklich kuschelte sich Max in sein Bett in seinem neuen Zimmer. Die Kisten waren noch nicht alle ausgepackt, aber das Zimmer fühlte sich schon ein bisschen mehr wie Zuhause an. „Morgen spiele ich wieder mit Leon und Pia“, dachte er zufrieden. „Und meinen alten Freunden schreibe ich weiter.“

Mama gab ihm einen Gutenachtkuss. „Ich bin stolz auf dich, mein mutiger Max“, sagte sie. Die Sterne funkelten über der neuen Stadt vor dem Fenster, und mit einem warmen Gefühl im Herzen – und der Vorfreude auf neue Freunde – schlief Max zufrieden ein. Schlaf gut, Max. Gute Nacht.