Auf dem Spielplatz gab es ein riesiges Klettergerüst, das hoch in den Himmel ragte. Alle Kinder kletterten fröhlich hinauf bis ganz nach oben, wo man eine tolle Aussicht hatte. Max wünschte sich so sehr, auch einmal ganz oben zu stehen. Doch jedes Mal, wenn er hinaufschaute, wurde ihm ein bisschen mulmig.
„Das ist so hoch“, dachte Max. „Was, wenn ich abrutsche? Was, wenn ich nicht mehr runterkomme?“ Und so kletterte er immer nur bis zur ersten Stufe und ließ sich dann wieder fallen. Die anderen Kinder oben winkten ihm zu. „Komm hoch, Max, hier ist es toll!“ Doch Max traute sich nicht.
Sein Freund Ben, der schon oben war, rief: „Hey Max, weißt du was? Du musst gar nicht auf einmal hochklettern. Schau einfach nur auf die nächste Stufe, nicht nach unten und nicht ganz nach oben. Immer nur die nächste Stufe.“ Max überlegte. Das klang machbar. „Na gut“, sagte er, „ich versuche es.“
Max packte die erste Sprosse und kletterte hinauf. Dann schaute er auf die nächste Stufe und kletterte weiter. Eine nach der anderen. Er schaute nicht nach unten, sondern immer nur auf die Sprosse direkt vor sich. „Die nächste Stufe“, sagte er sich. „Und noch eine.“ Schritt für Schritt kam er höher und höher.
Auf halber Höhe wurde es ihm kurz wieder mulmig. Sein Herz klopfte, und er wollte fast aufgeben. Doch dann atmete er tief durch. „Nicht nach unten schauen. Nur die nächste Stufe“, erinnerte er sich. Er griff die nächste Sprosse, zog sich hoch, und langsam wurde sein Mut wieder größer. Er kletterte weiter.
Und dann – auf einmal gab es keine Sprosse mehr über ihm. Max war ganz oben angekommen! „Ich hab's geschafft!“, jubelte er. Ben und die anderen Kinder klatschten. „Super, Max!“ Max schaute sich um, und die Aussicht war atemberaubend: Er konnte den ganzen Spielplatz, den Park und sogar die Dächer der Häuser sehen.
„Wow, von hier oben sieht alles so klein aus!“, rief Max begeistert. Er war so stolz auf sich. Er hatte solche Angst gehabt – und sich trotzdem getraut, Stufe für Stufe. „Ich musste nur immer auf die nächste Sprosse schauen“, dachte er, „und nicht auf den ganzen großen Berg.“
Am Abend, müde vom vielen Klettern, kuschelte sich Max zufrieden ins Bett. „Wenn ich etwas Großes schaffen will“, dachte er stolz, „mache ich einfach einen kleinen Schritt nach dem anderen.“ Mit dem schönen Bild der Aussicht von ganz oben im Kopf schlief Max glücklich ein. Gute Nacht, mutiger Max.
