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Marienkäfer Pippa und ihre Punkte

Selbstvertrauenab 3 3 Min.
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Auf einer großen, sonnigen Blumenwiese lebte ein kleiner Marienkäfer namens Pippa. Pippa hatte einen wunderschönen roten Rücken – und genau vier schwarze Punkte darauf. Sie liebte es, von Blüte zu Blüte zu krabbeln und den Bienen beim Summen zuzusehen.

Eines Tages traf sie eine Gruppe anderer Marienkäfer. „Schau mal“, sagte einer stolz, „ich habe sieben Punkte!“ „Und ich sogar neun!“, rief ein anderer. Pippa schaute auf ihren Rücken und zählte: eins, zwei, drei, vier. Nur vier. Auf einmal fühlte sie sich ganz klein. „Vielleicht bin ich nicht richtig“, dachte sie traurig.

Pippa krabbelte davon und versteckte sich unter einem großen Gänseblümchen. „Wenn ich nur mehr Punkte hätte“, seufzte sie. Sie versuchte sogar, sich mit ein bisschen Erde neue Punkte zu malen. Doch die Erde bröselte ab, und Pippa wurde nur schmutzig. Eine Träne kullerte über ihren glänzenden Rücken.

Da kam eine weise alte Libelle vorbeigeflogen und setzte sich neben sie. „Warum so traurig, kleiner Marienkäfer?“, fragte sie freundlich. Pippa schniefte. „Ich habe nur vier Punkte. Alle anderen haben mehr. Ich bin nicht genug.“ Die Libelle lächelte sanft. „Komm einmal mit, ich möchte dir etwas zeigen.“

Sie führte Pippa zu einem stillen Tümpel, dessen Wasser glatt war wie ein Spiegel. „Schau hinein“, sagte die Libelle. Pippa blickte auf ihr Spiegelbild. Da saß sie: ein leuchtend roter Marienkäfer mit vier feinen, runden Punkten, die in der Sonne glänzten. „Siehst du, wie schön du bist?“, fragte die Libelle. „Nicht trotz deiner vier Punkte. Sondern mit ihnen.“

Pippa schaute genauer hin. Ihre vier Punkte waren ganz gleichmäßig verteilt, klar und rund. „Es gibt keinen einzigen Marienkäfer auf der ganzen Wiese, der genauso aussieht wie du“, sagte die Libelle. „Du bist nicht weniger. Du bist einzigartig.“ Bei diesen Worten wurde Pippas Herz ganz warm.

Langsam breitete sich ein Lächeln auf ihrem kleinen Gesicht aus. Sie putzte die Erde von ihrem Rücken, bis ihre vier Punkte wieder strahlten. „Vier Punkte“, sagte sie und reckte sich stolz. „Meine vier Punkte.“ Sie fühlte sich auf einmal größer und mutiger als je zuvor.

Als sie zur Wiese zurückkehrte, krabbelten die anderen Marienkäfer herbei. „Wo warst du denn?“, fragten sie. „Ich war am Tümpel“, sagte Pippa fröhlich, „und habe etwas Wichtiges gelernt: Jeder von uns ist genau richtig, so wie er ist.“ Die anderen schauten erst überrascht, dann nickten sie. Und von da an zählte niemand mehr die Punkte des anderen.

Am Abend, als die Sonne hinter der Wiese versank und die Blüten ihre Köpfe schlossen, kuschelte sich Pippa unter ein warmes Blatt. Sie betrachtete noch einmal zufrieden ihre vier Punkte und gähnte glücklich. „Genau richtig“, flüsterte sie und schlief mit einem Lächeln ein. Schlaf gut, kleine Pippa.