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Mara und das Monster unterm Bett

Mut machen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Jeden Abend, wenn das Licht ausging, war Mara sich ganz sicher: Unter ihrem Bett wohnte ein Monster. Sie hörte es rascheln und knistern, und manchmal glaubte sie, ein leises Schniefen zu hören. Dann zog sie die Decke bis zur Nasenspitze hoch und traute sich nicht, auch nur einen Zeh herauszustrecken.

„Da ist ein Monster unter meinem Bett“, erzählte Mara ihrer Mama. Mama setzte sich zu ihr. „Weißt du was?“, sagte sie sanft. „Manchmal sind die Dinge, vor denen wir Angst haben, in Wirklichkeit ganz harmlos. Vielleicht müssen wir einfach mal mutig nachschauen.“ Mara schüttelte den Kopf. „Das traue ich mich nicht.“

„Ich gebe dir meine Taschenlampe“, sagte Mama. „Die ist ganz hell und vertreibt jeden Schatten. Und ich bleibe direkt neben dir. Du musst nur einmal kurz hinunterschauen. Wenn du willst, zähle ich bis drei.“ Mara umklammerte die Taschenlampe. Ihr Herz pochte. „Na gut“, flüsterte sie tapfer. „Einmal nachschauen.“

„Eins … zwei … drei!“ Mara holte tief Luft, beugte sich über den Bettrand und leuchtete mit der Taschenlampe unter ihr Bett. Sie kniff fast die Augen zu vor lauter Angst. Doch was sie sah, war kein furchterregendes Monster.

Unter dem Bett saß ein kleines, flauschiges Wesen mit großen, traurigen Augen und zitterte. Es war winzig, kaum größer als ihr Teddy, und sah eher ängstlich als gefährlich aus. „Bitte tu mir nichts“, piepste das kleine Wesen. „Ich verstecke mich hier, weil ich selbst solche Angst im Dunkeln habe.“

Mara staunte. Das „Monster“ hatte ja selbst Angst! „Du fürchtest dich auch?“, fragte sie verblüfft. Das Wesen nickte. „Im Dunkeln ist es so unheimlich. Darum habe ich mich unter dein Bett verkrochen, wo es ein bisschen geschützt ist. Ich wollte dich nie erschrecken.“ Maras Angst war auf einmal wie weggeblasen.

„Komm“, sagte Mara freundlich und streckte die Hand aus. „Bei mir oben ist es gar nicht so schlimm. Mein Nachtlicht macht ein warmes Licht, und mein Teddy passt auf.“ Das kleine Wesen kletterte vorsichtig hervor und kuschelte sich neben Mara und ihren Teddy. Zu dritt war die Dunkelheit gar nicht mehr unheimlich.

„Siehst du“, flüsterte Mama von der Tür aus und lächelte. „Manchmal hat das, wovor wir Angst haben, selbst nur Angst.“ Mara nickte glücklich. Sie war so stolz, dass sie nachgeschaut hatte. Aus dem furchterregenden Monster war ein kleiner, kuscheliger Freund geworden.

Gemütlich kuschelten sich Mara, ihr Teddy und das kleine flauschige Wesen zusammen unter die warme Decke. Das Nachtlicht leuchtete sanft, und niemand hatte mehr Angst. „Gute Nacht“, flüsterte Mara und gähnte. Zufrieden und mutig schlief sie ein, mit ihrem neuen Freund an der Seite. Schlaf gut, tapfere Mara.