Die junge Astronautin Luna hatte lange auf diesen Tag gewartet: Heute sollte sie zum ersten Mal ganz allein mit ihrer Raumkapsel um den Mond fliegen. Aufgeregt und ein bisschen nervös schnallte sie sich in ihrem Raumschiff fest. „Ich schaffe das“, sagte sie sich, während die Rakete startete und sie ins weite All trug.
Bald schwebte Luna durch den schwarzen Weltraum, und vor ihr wurde der Mond immer größer. Er war silbergrau und voller Krater, wunderschön und ein bisschen geheimnisvoll. „Wie nah er ist!“, staunte Luna. Vorsichtig steuerte sie ihre Kapsel auf eine Bahn, die sie einmal um den ganzen Mond herumführen würde.
Luna flog über die Vorderseite des Mondes, die immer zur Erde zeigt. Sie sah die großen Krater und die weiten, grauen Ebenen. Doch dann näherte sie sich der Rückseite des Mondes – jener Seite, die man von der Erde aus niemals sehen kann. Luna wurde ein bisschen mulmig. „Dort hinten ist alles unbekannt“, dachte sie. „Und ich verliere den Funkkontakt zur Erde.“
Für einen Moment zögerte Luna. Hinter dem Mond würde sie ganz allein sein, ohne Verbindung zur Erde, im Unbekannten. „Ich habe ein bisschen Angst“, gab sie sich zu. Doch dann dachte sie an all die Wunder, die dort auf sie warten könnten. „Ich bin mutig genug. Ich fliege weiter.“ Und so steuerte sie tapfer hinter den Mond.
Und was Luna dort sah, ließ sie den Atem anhalten. Von der Rückseite des Mondes aus, ohne das helle Licht der Erde, leuchteten die Sterne heller und zahlreicher als alles, was sie je gesehen hatte. Ein unendliches Meer aus funkelnden Lichtern breitete sich vor ihr aus. „Wie unglaublich schön!“, flüsterte Luna ergriffen.
Luna schwebte durch diesen wunderbaren Anblick, ganz allein, aber überhaupt nicht mehr ängstlich – nur noch voller Staunen und Freude. „Hätte ich mich nicht getraut, weiterzufliegen“, dachte sie, „hätte ich dieses Wunder nie gesehen.“ Sie machte Bilder von dem fantastischen Sternenhimmel, um sie später allen auf der Erde zu zeigen.
Als Luna die Rückseite des Mondes umrundet hatte, tauchte vor ihr wieder die Erde auf – ihr wunderschöner blauer Heimatplanet. Der Funkkontakt kehrte zurück. „Luna, wir hören dich wieder! Wie war es?“ „Wunderbar!“, jubelte Luna. „Ich habe das schönste Sternenmeer gesehen, das es gibt!“ Stolz steuerte sie ihre Kapsel zurück Richtung Heimat.
Sicher wieder auf der Erde, kuschelte sich Luna am Abend müde und überglücklich ins Bett. Sie schaute zum Mond hinauf und dachte an die wunderbare Reise. „Ich hatte Angst, aber ich bin trotzdem weitergeflogen“, dachte sie stolz. „Und dahinter wartete das größte Wunder.“ Zufrieden schlief Luna ein. Gute Nacht, mutige Luna.
