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Lotti und der erste Schnee

Mut machen · Freundschaftab 3 3 Min.
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Lotti war neu im Kindergarten. Alles war ihr noch fremd: die Kinder, die Räume, die Spiele. In den ersten Tagen stand sie meist schüchtern am Rand und schaute den anderen beim Spielen zu. „Was, wenn mich keiner mag?“, dachte sie und traute sich nicht, jemanden anzusprechen.

Eines Morgens kam Lotti in den Kindergarten und staunte: Über Nacht hatte es geschneit! Der ganze Garten war weiß und glitzerte in der Wintersonne. Alle Kinder zogen sich dicke Jacken an und stürmten nach draußen. Auch Lotti ging mit, blieb aber wieder etwas abseits stehen.

Die anderen Kinder begannen, einen großen Schneemann zu bauen. Sie rollten Schneekugeln, lachten und hatten sichtlich Spaß. Lotti schaute sehnsüchtig zu. Sie hätte so gern mitgemacht, aber sie traute sich nicht zu fragen. Da rollte eine große Schneekugel der Kinder direkt vor Lottis Füße.

Lotti zögerte einen Moment. Dann fasste sie all ihren Mut zusammen, hob die schwere Schneekugel hoch und brachte sie zu den anderen. „Hier“, sagte sie leise, „die ist euch weggerollt.“ Ein Mädchen mit roter Mütze strahlte sie an. „Oh, danke! Magst du mithelfen? Wir brauchen noch jemanden für den Kopf des Schneemanns!“

Lottis Herz machte einen Freudensprung. „Ja, gern!“, sagte sie. Gemeinsam rollten sie eine Kugel für den Kopf, setzten sie auf und steckten dem Schneemann eine Karottennase und Knopfaugen ins Gesicht. Lotti durfte den Schal umbinden. Sie lachten alle zusammen, und Lotti vergaß ganz, dass sie eben noch schüchtern gewesen war.

„Er ist der schönste Schneemann der Welt!“, riefen die Kinder stolz, als sie fertig waren. Das Mädchen mit der roten Mütze nahm Lottis Hand. „Ich bin Marie. Wollen wir Freundinnen sein?“ Lotti strahlte über das ganze Gesicht. „Ja!“, sagte sie. „Sehr gern!“ Den ganzen Vormittag spielten sie zusammen im Schnee.

Als Lottis Mama sie mittags abholte, sprudelte Lotti vor Begeisterung. „Mama, wir haben einen Schneemann gebaut, und ich habe eine Freundin gefunden! Sie heißt Marie!“ Mama freute sich. „Siehst du, mein Schatz? Du musstest nur ein bisschen Mut fassen.“ Lotti nickte glücklich.

Am Abend kuschelte sich Lotti zufrieden in ihr Bett. Sie freute sich schon auf den nächsten Tag im Kindergarten – diesmal ganz ohne Angst. „Ein kleiner mutiger Schritt“, dachte sie, „und schon hatte ich eine Freundin.“ Mit einem Lächeln schlief Lotti ein und träumte von glitzerndem Schnee. Gute Nacht, kleine Lotti.