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Löwin Sahel und die mutige Rettung

Mut machenab 5 4 Min.
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Die junge Löwin Sahel war noch nicht sehr groß, aber sie hatte ein tapferes Herz. Eines heißen Nachmittags, als sie am Rand der Savanne entlangstreifte, hörte sie aus der Richtung des Flusses einen verzweifelten Hilferuf. „Hilfe! Bitte, so helft mir doch jemand!“ Sahel spitzte die Ohren. Die Stimme kam vom Fluss, und der Fluss war ein gefährlicher Ort.

Sahels Herz klopfte. Der Fluss war breit und reißend, und das Wasser strömte schnell. Schon ihre Mutter hatte sie gewarnt: „Geh niemals zu nah ans Wasser, mein Kind.“ Doch der Hilferuf wurde immer verzweifelter. „Bitte! Ich kann mich nicht mehr lange halten!“ Sahel zögerte. Sollte sie hingehen, obwohl es gefährlich war? Ihre Angst sagte Nein, aber ihr Herz sagte Ja.

Sahel rannte zum Fluss. Dort sah sie, was geschehen war: Ein kleines Erdmännchen war ins Wasser gefallen und klammerte sich verzweifelt an einen Ast, der über dem reißenden Strom hing. Seine Pfötchen rutschten schon ab, und unter ihm tobte das wilde Wasser. „Halt durch!“, rief Sahel. „Ich komme!“

Doch nun bekam Sahel es mit der Angst zu tun. Das Wasser war so schnell und so gefährlich. „Was, wenn ich auch hineinfalle?“, dachte sie und zögerte am Ufer. Doch dann schaute sie in die panischen Augen des kleinen Erdmännchens, und sie wusste: Sie konnte jetzt nicht weglaufen. „Sei mutig, Sahel“, sagte sie sich selbst. „Du schaffst das, wenn du ruhig bleibst.“

Vorsichtig, Schritt für Schritt, kletterte Sahel auf den dicken Ast, an dem das Erdmännchen hing. Sie krallte sich fest ins Holz, damit sie nicht abrutschte. Langsam und bedacht robbte sie vorwärts, immer näher an das kleine Tier heran. „Gleich hab ich dich“, rief sie. „Streck dein Pfötchen aus!“ Das Erdmännchen streckte zitternd eine Pfote aus.

Sahel packte mit ihrem Maul ganz sanft das Erdmännchen am Nacken, so wie ihre Mutter sie als Baby getragen hatte, und zog es vorsichtig hoch. Dann robbte sie rückwärts den Ast entlang, ganz langsam und vorsichtig, bis sie wieder festen Boden unter den Pfoten hatte. Mit einem letzten Satz sprang sie ans sichere Ufer und legte das durchnässte Erdmännchen behutsam ins Gras.

„Du hast mich gerettet!“, schluchzte das kleine Erdmännchen und zitterte vor Kälte und Schreck. „Ich dachte schon, ich falle ins Wasser. Danke, danke, tapfere Löwin!“ Sahel atmete tief durch. Ihr Herz klopfte noch immer wild, aber jetzt vor Stolz und Erleichterung. „Ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist“, sagte sie sanft.

Als Sahel das Erdmännchen nach Hause brachte, war die Freude groß. Die ganze Erdmännchenfamilie dankte ihr überschwänglich. Und als Sahels Mutter erfuhr, was geschehen war, war sie zwar erst besorgt, dann aber sehr stolz. „Du hattest Angst und bist trotzdem gegangen“, sagte sie. „Das, meine Tochter, ist wahrer Mut.“

Am Abend, als die Savanne in warmes Rot getaucht war, legte sich Sahel erschöpft, aber glücklich neben ihre Mutter. „Ich hatte solche Angst“, gab sie zu. „Und du warst trotzdem mutig“, schnurrte Mama. „Darauf darfst du sehr stolz sein.“ Die Sterne funkelten über der Savanne, ein warmer Wind strich durchs Gras, und mit einem stolzen, tapferen Herzen schlief die junge Löwin Sahel ein. Schlaf gut, Sahel. Gute Nacht.