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Löwe Juba findet einen Freund

Freundschaft · Mut machenab 5 4 Min.
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Der junge Löwe Juba war oft allein. Die anderen jungen Löwen seines Rudels waren schon größer und spielten ihre eigenen, wilden Spiele, bei denen Juba nicht mithalten konnte. So streifte er häufig allein durch die Savanne und wünschte sich von Herzen einen richtigen Freund. „Einen, der zu mir passt“, dachte er sehnsüchtig. „Einen, mit dem ich alles teilen kann.“

Eines Tages hörte Juba ein lautes, klagendes Trompeten. Er folgte dem Geräusch und fand am Rand eines Schlammlochs ein junges Elefantenkind, das bis zum Bauch im zähen Schlamm feststeckte. „Ich komme nicht raus“, weinte das Elefantenkind. „Ich wollte nur trinken, und jetzt stecke ich fest, und meine Herde ist schon weitergezogen.“ Es sah sehr traurig und verzweifelt aus.

„Keine Sorge“, sagte Juba sofort. „Ich helfe dir.“ Er suchte einen festen Stand am Rand des Schlammlochs und packte mit seinem Maul vorsichtig den Rüssel des Elefantenkindes. „Zieh, so fest du kannst“, rief er, „und ich ziehe mit!“ Gemeinsam zogen und zerrten sie. Es war schwer, und der Schlamm wollte das Elefantenkind nicht loslassen. Aber sie gaben nicht auf.

„Noch einmal!“, rief Juba. „Wir schaffen das zusammen!“ Mit einem letzten, großen Ruck – und einem lauten Schmatzen des Schlamms – kam das Elefantenkind endlich frei. Beide purzelten rückwärts ins Gras, über und über mit Schlamm bedeckt, und schauten sich an. Dann mussten sie beide lachen. „Wir sehen ja furchtbar aus!“, kicherte das Elefantenkind. „Total verschlammt!“, lachte Juba.

„Danke, dass du mir geholfen hast“, sagte das Elefantenkind, das Elani hieß. „Ohne dich wäre ich nie freigekommen.“ „Gern“, sagte Juba. „Aber jetzt hast du deine Herde verloren. Komm, ich helfe dir, sie wiederzufinden.“ Und so machten sich die beiden gemeinsam auf den Weg, der schlammige Löwe und der schlammige kleine Elefant, Seite an Seite durch die Savanne.

Unterwegs hatten sie viel Spaß. Sie erzählten sich Geschichten, spielten Fangen und lachten über ihr schlammiges Aussehen. Juba merkte, wie schön es war, jemanden an seiner Seite zu haben. „Weißt du“, sagte er, „ich war in letzter Zeit oft allein. Ich habe mir so sehr einen Freund gewünscht.“ Elani stupste ihn sanft mit dem Rüssel. „Dann hast du ihn jetzt gefunden“, sagte sie. „Mich.“

Bald entdeckten sie die Elefantenherde an einem Wasserloch. Elanis Mutter trompetete vor Freude, als sie ihr Kind sah. „Mein Schatz! Wo warst du nur?“ Elani erzählte, wie sie im Schlamm steckengeblieben und wie der mutige Löwe Juba ihr geholfen hatte. Die ganze Herde dankte Juba herzlich. „Du bist immer bei uns willkommen, kleiner Löwe“, sagte Elanis Mutter.

Von diesem Tag an waren Juba und Elani die besten Freunde. Fast jeden Tag trafen sie sich, spielten zusammen und erlebten kleine Abenteuer. Juba war nicht mehr einsam. Er hatte genau das gefunden, wonach er sich so gesehnt hatte: einen treuen Freund, mit dem er alles teilen konnte – auch wenn dieser Freund ganz anders war als er selbst.

Am Abend, nachdem sie sich im Wasserloch den Schlamm abgewaschen hatten, verabschiedeten sich die beiden für die Nacht. „Bis morgen, Juba!“, rief Elani fröhlich. „Bis morgen, Elani!“, rief Juba glücklich zurück. Er kehrte zu seinem Rudel zurück und legte sich zufrieden ins Gras. „Ich habe einen Freund gefunden“, dachte er glücklich. Die Sterne funkelten über der Savanne, ein warmer Wind strich durchs Gras, und mit einem vollen, frohen Herzen schlief der Löwe Juba ein. Schlaf gut, Juba. Gute Nacht.