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Lina und der Wackelzahn

Mut machen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 3 Min.
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Eines Morgens beim Frühstück spürte Lina etwas Seltsames. Ihr unterer Schneidezahn wackelte ein kleines bisschen, wenn sie mit der Zunge dagegen tippte. „Mama!“, rief Lina erschrocken. „Mein Zahn ist locker! Ist das schlimm?“ Ihr wurde ganz mulmig zumute.

Mama lächelte und setzte sich zu ihr. „Das ist überhaupt nicht schlimm, mein Schatz“, sagte sie. „Im Gegenteil – das ist etwas ganz Aufregendes! Du bekommst deinen ersten Wackelzahn. Das bedeutet, dass du größer wirst. Dein kleiner Milchzahn macht bald Platz für einen neuen, größeren Zahn.“ Lina schaute unsicher. „Aber wackeln fühlt sich komisch an.“

„Das stimmt“, sagte Mama. „Aber weißt du was? Fast jedes Kind bekommt Wackelzähne, und alle deine Freunde werden auch welche bekommen. Es ist ein Zeichen, dass du auf dem Weg vom kleinen zum großen Kind bist.“ Lina tippte vorsichtig mit der Zunge gegen den Zahn. Er wackelte hin und her. „Echt? Das ist normal?“ „Ganz normal“, lachte Mama.

Lina fand den Gedanken auf einmal gar nicht mehr so unheimlich. „Und wenn der Zahn rausfällt“, sagte Mama, „dann kommt nachts vielleicht die Zahnfee und tauscht ihn gegen eine kleine Überraschung.“ Linas Augen wurden groß. „Die Zahnfee? Wirklich?“ Das klang plötzlich richtig spannend.

In den nächsten Tagen beobachtete Lina ihren Wackelzahn ganz genau. Mal wackelte er ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger. Sie zeigte ihn stolz ihren Freunden im Kindergarten. „Schaut, mein erster Wackelzahn!“ Und tatsächlich – auch ein paar andere Kinder hatten schon welche. Lina war richtig stolz darauf.

Und dann, eines Abends beim Apfelessen, war es so weit: Mit einem leisen Knack löste sich der kleine Zahn und lag in Linas Hand. Es tat gar nicht weh! „Mein Zahn ist raus!“, jubelte Lina und rannte zu Mama. „Schau, mein allererster!“ Sie betrachtete den winzigen weißen Zahn ganz stolz.

Am Abend legte Lina den Zahn vorsichtig unter ihr Kopfkissen. „Ob die Zahnfee wirklich kommt?“, flüsterte sie aufgeregt. „Schlaf nur, dann wirst du es morgen sehen“, sagte Mama und gab ihr einen Kuss. Lina kuschelte sich ein, ganz stolz auf ihre kleine Zahnlücke, die sie immer wieder mit der Zunge ertastete.

„Ich werde groß“, dachte Lina glücklich und ein bisschen aufgeregt. „Und das ist gar nicht schlimm, sondern richtig schön.“ Mit einem zufriedenen Lächeln und der Vorfreude auf den Morgen schlief Lina ein. Gute Nacht, kleine Lina – und träum süß von der Zahnfee.