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Lina traut sich ins Wasser

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 5 Min.
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An einem warmen Sommertag ging Lina mit ihrem Papa zum ersten Mal ins Schwimmbad. Alle Kinder planschten fröhlich im Wasser, lachten und spritzten sich nass. Doch Lina blieb am Rand stehen und traute sich nicht hinein. Das Wasser war so groß und so tief, und sie konnte ja noch gar nicht schwimmen. „Ich habe Angst, Papa“, sagte sie und hielt seine Hand ganz fest. „Was, wenn ich untergehe?“

Papa kniete sich zu ihr hinunter. „Es ist völlig in Ordnung, Angst zu haben“, sagte er sanft. „Wasser ist etwas Neues, und Neues kann erst mal beängstigend sein. Aber weißt du was? Wir gehen ganz langsam vor, Schritt für Schritt. Du bestimmst das Tempo, und ich bin die ganze Zeit bei dir. Du musst gar nichts tun, was du dir nicht zutraust.“ Lina schaute ihn an. Das beruhigte sie ein wenig.

„Wir fangen ganz klein an“, sagte Papa. „Setz dich erst einmal an den Rand und lass nur deine Füße ins Wasser baumeln.“ Vorsichtig setzte sich Lina an den Beckenrand und tauchte ihre Zehen ins kühle Wasser. Es kitzelte angenehm. „Oh“, sagte Lina überrascht. „Das fühlt sich ja schön an.“ Sie planschte ein bisschen mit den Füßen, und das Wasser spritzte fröhlich. Ihre Angst wurde schon ein kleines Stückchen kleiner.

„Möchtest du den nächsten Schritt wagen?“, fragte Papa nach einer Weile. „Komm, ich halte dich, und wir gehen zusammen in den ganz flachen Teil, wo das Wasser nur bis zu den Knien reicht.“ Papa stieg ins Wasser und streckte Lina die Arme entgegen. Lina zögerte – doch dann fasste sie sich ein Herz und ließ sich von Papa ins flache Wasser heben. Es reichte ihr nur bis zu den Knien. „Siehst du?“, sagte Papa. „Ganz flach. Hier kannst du stehen.“

Lina merkte, dass sie sicher stehen konnte, und wurde mutiger. Sie watete im flachen Wasser umher, planschte und lachte. „Das macht ja Spaß!“, rief sie. Schritt für Schritt, immer an Papas Hand, wagte sie sich ein kleines bisschen tiefer – bis zum Bauch, dann bis zur Brust. Und immer war Papa direkt bei ihr und hielt sie fest. „Du machst das großartig“, lobte er. „Ich bin so stolz auf dich.“

„Möchtest du spüren, wie das Wasser dich trägt?“, fragte Papa. „Ich halte dich ganz fest, versprochen. Leg dich einfach auf meine Arme und lass dich treiben.“ Lina holte tief Luft und legte sich vorsichtig auf Papas starke Arme. Und da geschah etwas Wunderbares: Das Wasser trug sie! Ganz leicht fühlte sie sich, als würde sie schweben. „Ich schwebe!“, rief Lina begeistert. „Papa, schau, ich liege auf dem Wasser!“

Papa strahlte. „Siehst du? Das Wasser ist gar nicht dein Feind. Es trägt dich, wenn du dich entspannst.“ Lina paddelte vorsichtig mit Armen und Beinen, immer noch von Papa gestützt, und glitt ein kleines Stück durchs Wasser. Es fühlte sich herrlich an. Ihre Angst war fast ganz verflogen, und an ihre Stelle war pure Freude getreten. „Das ist wunderbar!“, lachte sie.

Den ganzen Nachmittag übte Lina, immer mutiger werdend. Sie tauchte vorsichtig die Nase ins Wasser und pustete Blubberblasen. Sie sprang vom Rand in Papas Arme. Sie paddelte kleine Strecken, während Papa nur ganz leicht ihre Hand hielt. Mit jedem mutigen Schritt wuchs ihr Vertrauen, und das Wasser, vor dem sie solche Angst gehabt hatte, wurde zu ihrem neuen Lieblingsplatz.

„Ich hatte solche Angst“, sagte Lina, als sie eine Pause machten und sich in die warme Sonne legten, „und jetzt liebe ich das Wasser!“ Papa nickte stolz. „Weißt du, warum du es geschafft hast?“, fragte er. „Weil du mutig warst und es Schritt für Schritt versucht hast. Du musstest nicht gleich schwimmen können. Du hast einfach immer einen kleinen Schritt weiter gewagt. Und so ist die Angst von ganz allein verschwunden.“

Lina war so stolz auf sich. „Beim nächsten Mal lerne ich richtig schwimmen“, sagte sie entschlossen. „Ganz bestimmt“, sagte Papa. „Und ich bin immer bei dir.“ Sie verbrachten noch eine schöne Zeit im Schwimmbad, und als sie am Abend nach Hause gingen, konnte Lina gar nicht aufhören, von ihrem großen Tag im Wasser zu erzählen.

Müde und glücklich von dem aufregenden Tag kuschelte sich Lina am Abend in ihr Bett. In Gedanken spürte sie noch einmal, wie das Wasser sie sanft getragen hatte, und wie schön es gewesen war zu schweben. „Ich war heute richtig mutig“, dachte sie zufrieden.

Mama und Papa gaben ihr einen Gutenachtkuss. „Schlaf gut, meine kleine Wassernixe“, sagte Papa und lächelte. Lina kicherte. Die Sterne funkelten vor dem Fenster, und während sie an das schöne, tragende Wasser dachte, schlief das mutige Mädchen Lina zufrieden und stolz ein. Schlaf gut, Lina. Gute Nacht.