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Leopardin Maya und der erste Sprung

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Hoch in den Ästen eines großen Schirmakazienbaums ruhten die Leoparden am liebsten. Von dort oben hatte man den schönsten Blick über die ganze Savanne, und es war kühl und sicher. Die kleine Leopardin Maya aber war noch nie ganz hinaufgeklettert. Der Baum war so hoch, und die ersten Äste waren so weit oben. „Das schaffe ich nie“, sagte sie und schaute ängstlich nach oben.

„Heute ist es so weit, Maya“, sagte ihre Mutter sanft. „Heute lernst du, auf unseren Baum zu klettern. Von dort oben wirst du die ganze weite Welt sehen können.“ Maya schluckte. „Aber was, wenn ich nicht hochkomme?“, fragte sie. „Was, wenn ich abrutsche?“ Mama leckte ihr beruhigend über den Kopf. „Ich bin direkt hinter dir. Wir machen es Ast für Ast, ganz in Ruhe.“

Maya stellte ihre kräftigen kleinen Pfoten an den Stamm. „Spürst du, wie scharf deine Krallen sind?“, fragte Mama. „Sie halten dich fest am Holz. Vertrau deinen Krallen.“ Maya grub ihre Krallen in die Rinde und zog sich am ersten Ast hoch. Sie hielt! „Ich bin auf dem ersten Ast!“, rief sie überrascht. „Wunderbar“, sagte Mama. „Und jetzt der nächste.“

Ast für Ast kletterte Maya höher. Manchmal rutschte eine Pfote ab, doch sofort gruben sich ihre scharfen Krallen wieder ins Holz und hielten sie fest. „Schau nicht nach unten“, sagte Mama ruhig. „Schau immer nur zum nächsten Ast.“ Maya tat es. Sie konzentrierte sich auf einen Ast nach dem anderen, und so kam sie immer höher, ohne sich zu fürchten.

Etwa auf halber Höhe wurde Maya kurz mutlos. „Es ist noch so weit, Mama“, schnaufte sie. „Ich glaube, ich kann nicht mehr.“ Mama, die direkt hinter ihr war, sprach ihr Mut zu. „Schau, wie weit du schon gekommen bist“, sagte sie. „Dreh dich ruhig einmal um.“ Maya warf einen Blick zurück und staunte: Sie war schon viel höher, als sie gedacht hatte. Das gab ihr neue Kraft.

Mit frischem Mut kletterte Maya weiter, Ast um Ast, bis sie endlich den großen, breiten Ast ganz oben erreichte. Sie zog sich hinauf und setzte sich. Und was sie nun sah, raubte ihr den Atem: Unter ihr lag die ganze Savanne, golden und weit, mit grasenden Antilopen, glitzernden Wasserstellen und dem fernen Horizont. „Oh“, flüsterte Maya. „Es ist wunderschön.“

„Du hast es geschafft, meine Tapfere“, schnurrte Mama stolz und legte sich neben sie. „Ganz allein, Ast für Ast. Siehst du, wie weit du kommst, wenn du nicht aufgibst?“ Maya nickte überwältigt. Sie war so stolz auf sich. Der Wind strich kühl durch ihr Fell, und sie genoss den weiten Blick über ihre Heimat.

Den ganzen Nachmittag blieben die beiden hoch oben im Baum und schauten der Savanne zu. Maya zeigte auf alles, was sie entdeckte: „Schau, die Giraffen! Und dort ein Elefant!“ Sie hatte ihre Angst vor dem Klettern völlig vergessen. Jetzt fühlte sie sich frei und mutig und stolz wie nie zuvor.

Als der Abend kam und die Sonne golden unterging, kuschelte sich Maya hoch oben im sicheren Baum an ihre Mama. „Morgen klettere ich wieder hinauf“, sagte sie verschlafen und stolz. „Ganz allein.“ Mama schnurrte zufrieden. Der warme Wind wiegte die Äste sanft, die Sterne erschienen über der Savanne, und glücklich und mutig schlief die kleine Leopardin Maya hoch in ihrem Baum ein. Schlaf gut, Maya. Gute Nacht.