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Leopard Tupfi kann nicht schlafen

Gefühle (Wut/Angst)ab 3 4 Min.
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Hoch oben auf einem breiten, gemütlichen Ast einer Schirmakazie lag das kleine Leopardenjunge Tupfi. Es war schon spät, der Mond stand am Himmel, und überall in der Savanne wurde es ruhig. Nur Tupfi konnte nicht einschlafen. Es wälzte sich von einer Seite auf die andere und seufzte. „Mama, ich bin gar nicht müde.“

Mama Leopardin öffnete ein Auge. „Komm her, mein Kleines“, sagte sie sanft und zog Tupfi näher an ihre warme Seite. „Wenn du nicht schlafen kannst, dann hören wir einfach der Savanne zu, wie sie schlafen geht. Das macht ganz ruhig. Leg deinen Kopf auf meine Pfote und hör genau hin.“ Tupfi kuschelte sich an und spitzte die Ohren.

„Hörst du den warmen Wind?“, flüsterte Mama. „Er streicht ganz sanft durch das hohe Gras der Savanne und durch die Blätter unseres Baumes. Hör nur, wie er leise raschelt, immer gleichmäßig, hin und her.“ Tupfi lauschte dem sanften Rauschen. Es klang weich und beruhigend, wie ein leises Lied. Sein Atem wurde schon ein bisschen langsamer.

„Und dort unten“, sagte Mama, „hör mal: Das sind die Grillen. Sie zirpen ihr Abendlied, ganz leise und gleichmäßig. Zirp, zirp, zirp. Sie singen die ganze Savanne in den Schlaf.“ Tupfi hörte das feine Zirpen der Grillen, das sich mit dem Rauschen des Windes zu einer sanften Melodie verband. Seine Augenlider wurden ein wenig schwerer.

„Schau einmal hinunter“, flüsterte Mama. Tupfi blickte von seinem hohen Ast über die mondbeschienene Savanne. „Siehst du die Antilopen? Sie haben sich ins weiche Gras gelegt und ruhen. Die Elefanten stehen ganz still beieinander und dösen. Die Vögel haben den Kopf unter den Flügel gesteckt. Alle Tiere der Savanne schlafen jetzt.“

„Sogar die große, weite Savanne selbst wird müde“, sagte Mama mit ganz leiser Stimme. „Tagsüber ist sie voller Leben und Bewegung. Aber in der Nacht wird sie still und ruhig und legt sich schlafen unter dem silbernen Mond. Und wir Leoparden, wir liegen hoch oben in unserem sicheren Baum und schauen über alles.“ Tupfi fühlte sich geborgen und sicher.

„Du musst gar nichts tun, mein Schatz“, flüsterte Mama. „Atme nur ein … und ganz langsam wieder aus. Spür, wie schwer und warm dein kleiner Körper wird.“ Tupfi atmete ein und aus, ein und aus, im selben ruhigen Takt wie der Wind. Mit jedem Atemzug sank es tiefer in die weiche, warme Müdigkeit.

Der Mond leuchtete sanft und silbern über der schlafenden Savanne. Der warme Wind sang sein leises Lied, die Grillen zirpten, und Mamas Herz schlug ruhig und gleichmäßig neben Tupfis Ohr. Es war so friedlich und sicher hier oben im Baum, dicht an Mamas warmes Fell gekuschelt.

„Schlaf gut, mein kleiner Tupfi“, flüsterte Mama und legte ihren Schwanz sanft über ihn wie eine warme Decke. Und während die ganze weite Savanne unter dem Mond friedlich schlummerte und der warme Wind sein Schlaflied sang, schloss das kleine Leopardenjunge Tupfi endlich die Augen und schlief tief und zufrieden ein. Gute Nacht, Tupfi. Träum schön.