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Leopard Samu und die Geduld

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 7 4 Min.
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Der junge Leopard Samu war ungeduldig. Er wollte immer alles sofort. Wenn er etwas haben wollte, sprang er gleich los, hastig und überstürzt. „Schnell, schnell!“, war sein Lieblingswort. Doch oft ging dabei etwas schief, weil er nicht abwartete und nicht nachdachte. Dann ärgerte er sich und wurde noch ungeduldiger.

Eines Tages wollte Samu lernen, wie man durch das hohe Gras pirscht, leise und geschickt, so wie die großen Leoparden. Sein Vater nahm ihn mit. „Heute, mein Sohn, lernst du das Wichtigste, was ein Leopard können muss“, sagte er. „Und das ist nicht Schnelligkeit. Es ist Geduld.“ Samu verdrehte die Augen. „Geduld ist langweilig“, brummte er. „Ich bin lieber schnell.“

Sein Vater lächelte nur. „Schau dort drüben“, sagte er und deutete auf einen Schmetterling, der über einer Blüte tanzte. „Versuch einmal, dich ganz langsam und leise anzuschleichen, bis du ganz nah bei ihm bist. Aber sei geduldig. Wenn du hastest, fliegt er davon.“ Samu wollte sofort losstürmen. „Langsam“, mahnte der Vater. „Ganz langsam.“

Samu konnte kaum stillhalten. Er machte einen schnellen Satz nach vorn – und schwupp, flog der Schmetterling davon. „Siehst du?“, sagte der Vater ruhig. „Zu hastig. Versuch es noch einmal, und diesmal bewege dich so langsam, dass das Gras sich kaum bewegt.“ Samu seufzte, aber er versuchte es wieder. Diesmal schlich er langsamer, Pfote für Pfote.

Es war schwer für den ungeduldigen Samu. Sein ganzer Körper wollte losspringen. Doch er zwang sich, ruhig zu bleiben und sich nur ganz langsam vorwärtszuschieben. Pfote für Pfote, Atemzug für Atemzug. Und tatsächlich – er kam dem nächsten Schmetterling immer näher, ohne dass dieser ihn bemerkte. Samu spürte ein stolzes Kribbeln.

„Gut machst du das“, flüsterte der Vater. „Spürst du, wie ruhig und geschickt du bist, wenn du dir Zeit lässt?“ Samu nickte vorsichtig, um den Schmetterling nicht zu verscheuchen. Er war ganz nah heran. Und diesmal verspürte er gar nicht mehr den Drang, hastig zuzuspringen. Er genoss einfach die Ruhe und die Geduld.

„Weißt du“, sagte der Vater später, als sie zusammen im Schatten ruhten, „die Geduld ist wie ein guter Freund. Wer hastet, macht Fehler und muss alles zweimal tun. Wer aber geduldig ist und sich Zeit nimmt, dem gelingt es beim ersten Mal. Geduld ist keine Langeweile, mein Sohn. Geduld ist eine Stärke.“ Samu dachte über diese Worte nach.

In den nächsten Tagen übte Samu die Geduld immer wieder. Und er merkte: Sein Vater hatte recht. Wenn er ruhig blieb und abwartete, gelang ihm vieles, was ihm vorher misslungen war. Er ärgerte sich seltener und freute sich öfter. „Langsam und ruhig ist gar nicht so schlecht“, gab er schließlich zu.

Am Abend, als die Sonne rot über der Savanne versank, legte sich Samu zufrieden neben seinen Vater. „Heute war ich geduldig“, sagte er stolz und gähnte. „Und es hat sich gelohnt.“ Sein Vater schnurrte. Die Sterne kamen langsam, ganz ohne Eile, am Himmel hervor, der warme Wind strich durchs Gras, und ruhig und geduldig schlief der junge Leopard Samu ein. Schlaf gut, Samu. Gute Nacht.