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Leopard Niko und das ängstliche Zebra

Freundschaft · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Der junge Leopard Niko war ein sanftmütiges Tier mit einem großen, freundlichen Herzen. Am liebsten hätte er den ganzen Tag mit den anderen Tieren der Savanne gespielt. Doch das war gar nicht so einfach. Denn sobald Niko sich näherte, liefen alle davon. „Ein Leopard! Lauft weg!“, riefen sie ängstlich, und schon waren sie verschwunden.

Das machte Niko sehr traurig. „Ich will doch nur spielen“, seufzte er. „Warum haben alle Angst vor mir?“ Seine Mutter erklärte es ihm sanft. „Leoparden sind große, kräftige Jäger, mein Sohn. Die kleineren Tiere wissen das und sind vorsichtig. Du musst ihnen Zeit geben und zeigen, dass dein Herz freundlich ist. Vertrauen wächst langsam.“

Eines Tages entdeckte Niko ein kleines Zebrafohlen, das sich am Wasserloch von der Herde entfernt hatte und nun den Weg zurück nicht mehr fand. Es stand ganz allein und ängstlich da und zitterte. Als es Niko erblickte, machte es vor Schreck große Augen. „Bitte tu mir nichts!“, wimmerte das kleine Zebra.

Niko blieb sofort in sicherem Abstand stehen und setzte sich ganz ruhig ins Gras, um nicht bedrohlich zu wirken. „Keine Angst, kleines Zebra“, sagte er mit sanfter Stimme. „Ich tu dir nichts. Ich sehe, dass du dich verlaufen hast. Ich möchte dir helfen, zurück zu deiner Herde zu finden.“ Das Zebra schaute ihn misstrauisch an. „Warum solltest du mir helfen? Du bist ein Leopard.“

„Weil nicht jeder Leopard gefährlich ist“, sagte Niko ruhig. „Ich bin freundlich. Schau, ich bleibe hier sitzen und komme nicht näher, wenn du das möchtest. Aber ich kenne den Weg zu deiner Herde. Wenn du mir folgen magst, gehe ich vor, immer ein gutes Stück voraus.“ Das kleine Zebra überlegte. Niko sah wirklich nicht böse aus, eher sanft und geduldig.

„Na gut“, sagte das Zebra schließlich zögernd. „Aber bleib bitte vorne.“ Niko nickte und ging langsam los, immer ein paar Schritte voraus, und führte das kleine Zebra über die Savanne. Unterwegs erzählte er ihm freundliche Geschichten, damit ihm die Angst verging, und nach und nach kam das Zebra näher und näher heran.

Endlich tauchte in der Ferne die Zebraherde auf. „Da ist meine Familie!“, rief das kleine Zebra freudig. Es galoppierte los, blieb dann aber noch einmal stehen und drehte sich um. „Danke, Niko“, sagte es. „Ich hatte solche Angst vor dir. Dabei bist du der netteste Leopard, den man sich vorstellen kann. Es tut mir leid, dass ich dich für gefährlich gehalten habe.“

Niko lächelte. „Das macht nichts“, sagte er. „Ich bin nur froh, dass du wieder sicher bei deiner Familie bist.“ Das kleine Zebra erzählte seiner ganzen Herde von dem freundlichen Leoparden. Und langsam, ganz langsam, fassten auch die anderen Tiere der Savanne Vertrauen zu Niko. Bald hatte er endlich Spielgefährten gefunden.

Am Abend, als die Savanne in warmes Abendrot getaucht war, legte sich Niko zufrieden ins Gras. „Heute habe ich einen Freund gewonnen“, dachte er glücklich, „weil ich geduldig und freundlich war.“ Die Sterne funkelten über der weiten Ebene, ein lauer Wind strich durchs Gras, und mit einem warmen Herzen schlief der sanfte Leopard Niko ein. Schlaf gut, Niko. Gute Nacht.