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Leopard Elin und der verlorene Freund

Gefühle (Wut/Angst) · Freundschaftab 7 4 Min.
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Die kleine Leopardin Elin hatte einen allerbesten Freund: das Erdmännchen Filo. Sie waren ein ungleiches Paar – die gefleckte Leopardin und das kleine, flinke Erdmännchen –, aber sie waren unzertrennlich. Jeden Tag spielten sie zusammen, erkundeten die Savanne und lachten über die lustigsten Dinge. Elin konnte sich ein Leben ohne Filo gar nicht vorstellen.

Eines Tages aber kam Filo mit gesenktem Kopf zu Elin. „Ich muss dir etwas Trauriges sagen“, begann er leise. „Meine Erdmännchen-Familie zieht weiter, in einen anderen Teil der Savanne, weit weg von hier. Wir suchen einen Ort mit mehr Futter. Ich muss mit ihnen gehen, Elin. Schon morgen.“ Elin erschrak. „Aber … aber dann sehen wir uns nie wieder?“

Am nächsten Morgen war der Abschied schwer. „Mach's gut, Elin“, sagte Filo mit Tränen in den Augen. „Du bist die beste Freundin, die ich je hatte.“ „Mach's gut, Filo“, schluchzte Elin. Dann wackelte das kleine Erdmännchen mit seiner Familie davon, immer kleiner werdend, bis es am Horizont verschwand. Elin blieb allein zurück und fühlte sich, als wäre ihr Herz ganz schwer geworden.

Die nächsten Tage war Elin sehr traurig. Nichts machte mehr Spaß. Überall in der Savanne erinnerte sie etwas an Filo: der Hügel, auf dem sie gespielt hatten, der Schattenbaum, unter dem sie gedöst hatten. „Ich vermisse ihn so sehr“, weinte sie bei ihrer Mama. „Es tut so weh.“ Mama nahm sie sanft in den Arm. „Ich weiß, mein Schatz“, sagte sie. „Einen Freund zu vermissen, das tut weh. Das darf auch weh tun.“

„Wird es immer so weh tun?“, fragte Elin schniefend. „Nein“, sagte Mama sanft. „Mit der Zeit wird die Traurigkeit leiser. Und weißt du, was bleibt? All die schönen Erinnerungen an die Zeit mit Filo. Die kann dir niemand wegnehmen. Sie wohnen für immer in deinem Herzen.“ Elin dachte an all die lustigen Tage mit Filo, und bei der Erinnerung musste sie zum ersten Mal seit dem Abschied wieder ein kleines bisschen lächeln.

„Erinnerst du dich, wie Filo einmal in das Erdloch gepurzelt ist und ganz staubig wieder herauskam?“, fragte Mama. Elin kicherte. „Und wie wir um die Wette gerannt sind und er trotz seiner kurzen Beinchen fast gewonnen hätte!“ Je mehr sie sich erinnerte, desto wärmer wurde es in ihrem Herzen. Die schönen Erinnerungen waren wie kleine Schätze, die leuchteten.

„Vielleicht“, sagte Mama, „findest du auch wieder neue Freunde. Das heißt nicht, dass du Filo vergisst. In deinem Herzen ist Platz für viele Freunde, für alte und für neue.“ Elin nickte langsam. Am nächsten Tag traute sie sich, mit einem jungen Gepardenmädchen zu spielen, das in der Nähe wohnte. Es war anders als mit Filo, aber es machte auch Spaß.

Elin merkte, dass ihre Mama recht hatte. Die Traurigkeit wurde mit jedem Tag ein bisschen leiser, und die schönen Erinnerungen an Filo blieben. Manchmal schaute sie zum Horizont, wo Filo verschwunden war, und schickte ihm in Gedanken einen lieben Gruß. „Wo immer du bist, Filo“, flüsterte sie dann, „ich denke an dich.“

Am Abend kuschelte sich Elin an ihre Mama. „Es tut immer noch ein bisschen weh“, sagte sie leise, „aber die schönen Erinnerungen machen mich auch froh.“ Mama leckte ihr sanft über den Kopf. „So ist es, mein Schatz. Liebe und Freundschaft hören nie ganz auf.“ Die Sterne funkelten tröstlich über der Savanne, ein warmer Wind strich durchs Gras, und mit Filo in ihren Gedanken und ihrem Herzen schlief die kleine Leopardin Elin sanft ein. Schlaf gut, Elin. Gute Nacht.