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Lenas erster Schultag

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 5 Min.
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Morgen war ein ganz besonderer Tag: Lenas allererster Schultag. In ihrem Zimmer stand schon der neue Schulranzen, bunt und glänzend, und daneben die große Schultüte. Eigentlich hätte Lena sich freuen sollen. Doch in ihrem Bauch kribbelte ein mulmiges Gefühl. „Was, wenn ich niemanden kenne?“, dachte sie. „Was, wenn die Schule schwer ist? Was, wenn ich etwas falsch mache?“ Vor lauter Sorgen konnte Lena nicht einschlafen.

Mama bemerkte, dass Lena noch wach war, und kam zu ihr ins Zimmer. „Kannst du nicht schlafen, mein Schatz?“, fragte sie und setzte sich aufs Bett. „Ich habe Angst vor morgen“, gestand Lena leise. „Vor der Schule. Alles ist so neu, und ich kenne dort niemanden.“ Mama strich ihr sanft über das Haar. „Das verstehe ich gut“, sagte sie. „Vor etwas ganz Neuem aufgeregt zu sein, ist völlig normal. Sogar Erwachsene fühlen das.“

„Wirklich?“, fragte Lena. „Du auch?“ Mama lächelte. „Aber sicher. An meinem ersten Schultag hatte ich auch Schmetterlinge im Bauch. Und weißt du was? Diese Schmetterlinge sind gar nichts Schlimmes. Sie zeigen nur, dass etwas Wichtiges und Aufregendes passiert. Hinter der Aufregung wartet oft etwas richtig Schönes.“ Lena überlegte. „Etwas Schönes?“, fragte sie. „Was denn?“

„Nun“, sagte Mama, „in der Schule wirst du so viele spannende Dinge lernen. Du wirst lesen lernen – stell dir vor, dann kannst du all deine Lieblingsgeschichten selbst lesen! Du wirst rechnen lernen und malen und basteln. Und das Allerschönste: Du wirst neue Freunde finden. Ganz viele Kinder, denen es morgen genauso geht wie dir, und mit denen du spielen und lachen kannst.“ Lenas Augen wurden ein bisschen größer.

„Aber was, wenn die anderen Kinder mich nicht mögen?“, fragte Lena noch immer ein wenig bange. „Weißt du“, sagte Mama, „die anderen Kinder sind genauso aufgeregt wie du. Auch sie hoffen, Freunde zu finden. Du musst nur freundlich Hallo sagen und lächeln. Das ist der erste Schritt zu jeder Freundschaft. Du wirst sehen – schon bald hast du neue Freunde.“ Lena nickte langsam. Das klang gar nicht mehr so beängstigend.

„Und falls du dich morgen doch mal unsicher fühlst“, sagte Mama, „dann denk daran: Ich bringe dich hin und hole dich wieder ab. Und in deiner Tasche steckt dein kleiner Glücksstein, den du drücken kannst, wenn du Mut brauchst. Du bist nie allein, auch in der Schule nicht.“ Sie legte einen glatten, glänzenden Stein in Lenas Hand. Lena umschloss ihn fest. Er fühlte sich warm und beruhigend an.

Langsam verwandelte sich Lenas mulmiges Gefühl in etwas anderes – in Vorfreude. „Vielleicht“, sagte sie, „wird die Schule ja sogar schön.“ „Ganz bestimmt“, sagte Mama. „Stell dir nur vor, wie stolz du sein wirst, wenn du nach Hause kommst und mir von deinem ersten Schultag erzählst. Von den neuen Freunden, von deiner Lehrerin, von allem, was du erlebt hast.“ Lena lächelte bei dem Gedanken.

„Schließ jetzt die Augen“, sagte Mama sanft, „und stell dir vor, wie schön morgen wird. Du gehst mit deinem bunten Ranzen in die Schule. Du sagst einem netten Kind Hallo, und ihr lächelt euch an. Ihr sitzt nebeneinander, malt bunte Bilder und lacht zusammen.“ Lena schloss die Augen und stellte es sich vor. Es war ein schönes Bild, und mit jedem Detail wurde sie ruhiger und mutiger.

„Ich glaube, ich freue mich jetzt sogar ein bisschen“, sagte Lena verschlafen. „Das ist wunderbar“, flüsterte Mama. „Die Aufregung darf ruhig bleiben – sie gehört zu den großen, schönen Tagen dazu. Aber jetzt schlaf gut, damit du morgen ausgeruht und stark bist für dein erstes Abenteuer.“ Sie gab Lena einen Kuss auf die Stirn. Lena hielt ihren Glücksstein fest und kuschelte sich in die Decke.

In dieser Nacht träumte Lena von einem bunten Klassenzimmer voller fröhlicher Kinder, von einer freundlichen Lehrerin und von einem neuen Freund, mit dem sie lachte. Und als sie am nächsten Morgen aufwachte, war das mulmige Gefühl im Bauch fast ganz verschwunden. An seine Stelle war Vorfreude getreten. „Heute ist mein erster Schultag“, sagte Lena – und diesmal klang sie aufgeregt im schönsten Sinne.

Und tatsächlich: Der erste Schultag wurde wunderschön. Lena fand gleich am ersten Tag eine neue Freundin, malte ein buntes Bild und lernte ihre freundliche Lehrerin kennen. Als Mama sie abholte, sprudelte Lena nur so über vor Freude. „Es war toll!“, rief sie. „Ich hatte erst solche Angst, und jetzt freue ich mich schon auf morgen!“ Mama drückte sie stolz. „Siehst du? Du warst so mutig.“

Am Abend, müde und glücklich von ihrem großen Tag, kuschelte sich Lena in ihr Bett, den Glücksstein noch in der Hand. „Ich hatte Angst und habe es trotzdem geschafft“, dachte sie stolz. „Und es war wunderschön.“ Mama gab ihr einen Gutenachtkuss. Die Sterne funkelten vor dem Fenster, und voller Stolz auf ihren mutigen ersten Schultag schlief Lena zufrieden ein. Schlaf gut, Lena. Gute Nacht.