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Lena und die große Sandburg

Freundschaft · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Es war ein herrlicher Sommertag am Meer, und Lena hatte sich etwas ganz Großes vorgenommen: Sie wollte die schönste Sandburg bauen, die der Strand je gesehen hatte. „Ganz allein“, sagte sie bestimmt, als ein anderes Mädchen fragte, ob es mithelfen dürfe. „Das ist meine Burg.“ Und so schaufelte und baute Lena ganz für sich.

Sie gab sich große Mühe: hohe Türme, breite Mauern, einen tiefen Burggraben. Stunde um Stunde arbeitete sie in der heißen Sonne. Die Burg wurde wirklich schön. Doch sie war groß, und Lenas Arme wurden müde. Allein dauerte alles so lange, und der höchste Turm wollte ihr einfach nicht gelingen – immer wieder rutschte der Sand ab.

Da kam eine kleine Welle und leckte am Rand der Burg. Lena erschrak. „Oh nein, das Wasser kommt näher!“ Sie versuchte hastig, eine Schutzmauer zu bauen, doch sie war allein und zu langsam. Eine größere Welle rollte heran – und schwappte mitten durch ihre Burg. Die Türme fielen, die Mauern zerflossen. Lenas wunderschöne Burg war fast völlig weg.

Lena setzte sich traurig in den nassen Sand, und ein paar Tränen kullerten. „All meine Arbeit“, schluchzte sie. „Und jetzt ist alles kaputt.“ Da kam das Mädchen von vorhin wieder vorbei, zusammen mit zwei anderen Kindern. „Sollen wir dir helfen, sie wieder aufzubauen?“, fragte es freundlich. Diesmal nickte Lena dankbar. „Ja, bitte.“

Und nun bauten sie zu viert. Ein Kind grub den Burggraben, eines formte die Türme, eines klopfte die Mauern fest, und Lena verzierte alles mit Muscheln. Zu viert ging es viel schneller und machte viel mehr Spaß. Sie lachten, plauderten und halfen sich gegenseitig. Und gemeinsam bauten sie sogar eine breite Schutzmauer gegen die Wellen.

Bald stand dort eine Sandburg, größer und prächtiger, als Lena sie allein je hätte bauen können – mit fünf Türmen, einer Zugbrücke aus Treibholz und bunten Muscheln überall. „Wow“, staunte Lena. „So schön hätte ich das allein nie hinbekommen.“ Die anderen Kinder strahlten. „Zusammen geht eben mehr“, sagte das Mädchen.

Und als die nächste große Welle kam, hielt die gemeinsam gebaute Schutzmauer stand. Die Burg blieb sicher. Lena lachte vor Freude und merkte: Es war viel schöner, etwas zusammen zu schaffen und zu teilen, als alles allein machen zu wollen. „Wollt ihr meine Freunde sein?“, fragte sie. „Klar!“, riefen die anderen.

Am Abend, müde und glücklich, mit Sand zwischen den Zehen, kuschelte sich Lena ins Bett. Sie dachte an die wunderschöne Burg und an ihre neuen Freunde. „Allein ist man stark“, dachte sie, „aber zusammen ist man stärker – und es macht viel mehr Freude.“ Zufrieden schlief sie ein und träumte vom Meer. Gute Nacht, kleine Lena.