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Kobold Knax und die Glitzersteine

Dankbarkeit · Freundschaftab 5 4 Min.
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Der kleine Kobold Knax hatte eine große Leidenschaft: Er sammelte glitzernde Steine. In seiner Höhle unter den Wurzeln hatte er einen ganzen Berg davon angehäuft – funkelnde, bunte, schimmernde Steine. „Die gehören alle mir“, sagte Knax stolz und ließ niemanden in seine Höhle. „Die zeige ich niemandem, und teilen schon gar nicht.“

Knax verbrachte seine Tage damit, allein in seiner Höhle zu sitzen und seine Steine zu bewundern. Doch je länger er das tat, desto langweiliger wurde es ihm. Draußen hörte er die anderen Waldbewohner fröhlich spielen und lachen, doch Knax blieb bei seinen Steinen. „Warum bin ich nur so einsam?“, fragte er sich manchmal. „Ich habe doch all diese schönen Steine.“

Eines Tages klopfte der kleine Kobold Fipsi an Knax' Höhle. „Hallo Knax“, sagte er. „Ich habe gehört, du hast die schönsten Glitzersteine des ganzen Waldes. Dürfte ich sie einmal sehen?“ Knax zögerte. „Niemand darf meine Steine sehen“, brummte er. Doch Fipsi schaute ihn so freundlich und neugierig an, dass Knax schließlich nachgab. „Na gut“, sagte er. „Aber nur einmal kurz.“

Fipsi trat in die Höhle und staunte. „Oh, wie wunderschön!“, rief er begeistert. „Schau, dieser blaue Stein funkelt wie der Nachthimmel! Und der rote leuchtet wie ein Sonnenuntergang!“ Fipsi freute sich so sehr über die Steine, dass Knax auf einmal selbst wieder ihre Schönheit sah. Es machte ihm Freude, dass jemand seine Sammlung so bewunderte.

„Weißt du was?“, sagte Fipsi. „Diesen einen kleinen grünen Stein hier finde ich besonders schön. Aber natürlich gehört er dir.“ Knax schaute den grünen Stein an und dann in Fipsis strahlende Augen. Und auf einmal verspürte Knax den Wunsch, Fipsi eine Freude zu machen. „Weißt du was?“, sagte er. „Den grünen Stein schenke ich dir. Damit du auch einen Glitzerstein hast.“

Fipsi konnte sein Glück kaum fassen. „Wirklich? Oh, danke, Knax! Den werde ich immer in Ehren halten!“ Und als Knax das glückliche Gesicht seines neuen Freundes sah, da fühlte er ein warmes, schönes Gefühl im Herzen – schöner als alles, was er beim einsamen Bewundern seiner Steine je gefühlt hatte. „Teilen fühlt sich ja wunderbar an“, staunte Knax.

Von diesem Tag an lud Knax oft andere Waldbewohner in seine Höhle ein, um ihnen seine Glitzersteine zu zeigen. Und manchmal verschenkte er einen besonders schönen Stein an einen Freund. Je mehr er teilte, desto mehr Freunde gewann er – und desto glücklicher wurde er. Seine Höhle war nicht mehr ein einsames Versteck, sondern ein fröhlicher Treffpunkt.

„Früher hatte ich all meine Steine für mich allein“, sagte Knax, „aber ich war einsam. Jetzt teile ich sie, und ich habe Freunde und bin glücklich. Geteilte Freude ist eben die schönste Freude.“ Fipsi, der den grünen Stein immer bei sich trug, nickte. „Und gut, dass du deine Höhle geöffnet hast“, sagte er, „sonst wären wir nie Freunde geworden.“

Am Abend, zufrieden und nicht mehr allein, kuschelte sich Knax in sein Moosbett, umgeben von seinen Glitzersteinen, die im Mondlicht sanft funkelten. „Heute habe ich gelernt zu teilen“, dachte er glücklich, „und einen Freund gewonnen.“ Der Mond schien durch die Wurzeln, der Wald rauschte leise, und mit einem warmen, großzügigen Herzen schlief der kleine Kobold Knax zufrieden ein. Schlaf gut, Knax. Gute Nacht.