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Hase Mio und der neue Freund

Freundschaft · Mut machenab 3 4 Min.
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Der kleine Hase Mio war mit seiner Familie auf eine neue Wiese gezogen. Alles war hier fremd: die Wege, die Verstecke, die anderen Tiere. Mio kannte niemanden, und das machte ihn traurig. „Auf meiner alten Wiese hatte ich so viele Freunde“, seufzte er. „Hier kenne ich keinen einzigen.“ Schüchtern hoppelte er an den Rand und schaute zu, wie die anderen jungen Tiere fröhlich spielten.

Wie gern hätte Mio mitgemacht! Aber er traute sich nicht. „Was, wenn sie mich nicht mögen?“, dachte er. „Was, wenn ich störe?“ Also blieb er allein an seinem Platz und schaute den spielenden Tieren sehnsüchtig zu. Ein junges Eichhörnchen sprang fröhlich umher, ein kleiner Igel kugelte durch das Gras, und Mio fühlte sich ganz allein.

Mamas Hase bemerkte, wie einsam Mio war. „Warum spielst du nicht mit den anderen, mein Schatz?“, fragte sie sanft. „Ich trau mich nicht“, gestand Mio. „Ich kenne sie ja gar nicht.“ Mama lächelte. „Weißt du, wie man jemanden kennenlernt? Ganz einfach: Man hoppelt hin und sagt freundlich Hallo. Das ist der erste Schritt zu jeder Freundschaft.“

„Einfach Hallo sagen?“, fragte Mio unsicher. „Genau“, sagte Mama. „Probier es doch einmal. Du wirst sehen, die meisten freuen sich, wenn jemand freundlich auf sie zukommt.“ Mio schluckte. Sein Herz klopfte, aber er fasste sich ein Herz. Langsam hoppelte er hinüber zu dem jungen Eichhörnchen, das gerade eine Nuss vergrub.

Bei dem Eichhörnchen angekommen, wurde Mio ganz schüchtern. Doch dann holte er tief Luft und sagte: „H-hallo. Ich bin Mio. Ich bin neu hier.“ Das Eichhörnchen schaute auf und strahlte. „Hallo, Mio! Schön, dass du da bist! Ich bin Nussi. Magst du mit mir spielen? Wir spielen gerade Verstecken.“ Mio konnte sein Glück kaum fassen. „Wirklich? Ich darf mitspielen?“

„Na klar!“, riefen auch die anderen Tiere. „Je mehr, desto lustiger!“ Und schon war Mio mittendrin im fröhlichen Spiel. Sie spielten Verstecken zwischen den Büschen, hoppelten und sprangen um die Wette und lachten zusammen. Mio merkte, dass die anderen genauso nett waren, wie seine Mama gesagt hatte. Er hatte sich ganz umsonst gefürchtet.

Den ganzen Nachmittag spielte Mio mit seinen neuen Freunden. Sie zeigten ihm die schönsten Plätze der neuen Wiese, die besten Verstecke und die saftigsten Klee-Stellen. „Es war gar nicht schwer, Freunde zu finden“, dachte Mio glücklich. „Ich musste mich nur trauen, Hallo zu sagen.“

Als der Abend kam, verabschiedete sich Mio von seinen neuen Freunden. „Spielst du morgen wieder mit?“, fragte Nussi. „Sehr gern!“, rief Mio strahlend. Glücklich hoppelte er zurück zu seinem Bau, wo seine Mama schon wartete. „Na, war es so schlimm?“, fragte sie lächelnd. „Überhaupt nicht“, sagte Mio. „Ich habe ganz viele Freunde gefunden!“

Mio kuschelte sich zufrieden in den warmen Bau. Die neue Wiese fühlte sich auf einmal gar nicht mehr fremd an, sondern wie ein Zuhause. „Morgen spiele ich wieder mit Nussi und den anderen“, dachte er glücklich. Die Sterne funkelten über der Wiese, ein milder Wind strich durchs Gras, und mit einem warmen Herzen voller neuer Freundschaften schlief der kleine Hase Mio ein. Schlaf gut, Mio. Gute Nacht.