schlummerdrache.de – Gute-Nacht-Geschichten

Giraffe-Opa erzählt von der Savanne

Gefühle (Wut/Angst) · Dankbarkeitab 3 3 Min.
Schrift

Es war spät geworden in der Savanne. Die Sonne war längst untergegangen, und über der weiten Ebene funkelten die ersten Sterne. Das kleine Giraffenkind Nuru aber war noch wach. Es kuschelte sich an seinen Opa, eine große, sanfte Giraffe mit klugen Augen und einem besonders langen Hals. „Opa“, bat Nuru leise, „erzählst du mir noch etwas von der Savanne, bevor ich einschlafe?“

Opa Giraffe lächelte und beugte seinen langen Hals sanft zu dem Kleinen herunter. „Aber natürlich, mein Nuru“, sagte er mit seiner tiefen, ruhigen Stimme. „Hör gut zu, und lass deine Augen dabei ganz schwer werden. Unsere Savanne ist so weit und voller Wunder, dass man ein ganzes Leben braucht, um sie ganz zu erkunden.“ Nuru kuschelte sich tiefer ins warme Gras.

„Weißt du“, begann Opa, „weit, weit im Westen, da geht jeden Abend die Sonne unter und malt den ganzen Himmel in Gold, Rot und Orange. Es ist so schön, dass alle Tiere für einen Moment innehalten und einfach nur schauen. Und wir Giraffen, wir sehen mit unseren langen Hälsen am längsten zu, wie die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet.“ Nurus Atem wurde langsamer.

„Und im Norden“, erzählte Opa weiter, „da gibt es ein großes Wasserloch, an dem sich alle Tiere treffen: die Elefanten, die Zebras, die Antilopen. Sie trinken gemeinsam und ruhen im Schatten der großen Bäume. Es ist ein friedlicher Ort, an dem alle in Ruhe beieinander sind.“ Nurus Augenlider wurden schwer.

„Es gibt weite Grasebenen, über die der warme Wind streicht“, flüsterte Opa, „und einzelne große Schirmbäume, die kühlen Schatten spenden. Und Hügel, von denen aus man die ganze Savanne überblicken kann, so weit das Auge reicht. Und über allem spannt sich der riesige Himmel, am Tag strahlend blau und in der Nacht voller funkelnder Sterne.“ Nuru stellte sich all das vor und wurde ganz ruhig.

„Und wo schlafen all die Tiere?“, murmelte Nuru verschlafen. „Jedes an seinem ruhigen Platz“, antwortete Opa leise. „Die Löwen unter den Felsen, die Elefanten dicht beieinander, die Vögel in den Bäumen. Und die kleinen Giraffen“, er beugte seinen Hals sanft über Nuru, „die schlafen ganz nah bei ihrem Opa, gut behütet und sicher.“

„Die weite Savanne wiegt uns alle in den Schlaf“, sagte Opa und sprach nun ganz leise und langsam. „Spürst du den warmen Wind und hörst du das leise Zirpen der Grillen? Das ist ihr Schlaflied. Du musst gar nichts tun, mein Kleines. Lass dich einfach von der Ruhe der Savanne tragen.“ Nuru spürte die warme Ruhe und sank immer tiefer in eine wohlige Müdigkeit.

„Atme ein“, flüsterte Opa, „und ganz langsam wieder aus.“ Nuru atmete ein und aus, ein und aus, und mit jedem Atemzug wurde es ruhiger und schwerer. Über ihm funkelten die Sterne, der warme Wind strich sanft durchs Gras, und irgendwo in der Ferne zirpten leise die Grillen.

Und während Opa noch ganz still neben ihm wachte und die ganze weite Savanne friedlich schlummerte, schlief das kleine Giraffenkind Nuru glücklich und geborgen ein. „Gute Nacht, mein Kleines“, flüsterte Opa und legte seinen langen Hals sanft über es. „Träum schön von der wunderbaren Savanne.“ Schlaf gut, Nuru. Gute Nacht.