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Giraffe Gani hilft allen

Dankbarkeit · Freundschaftab 5 4 Min.
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Giraffe Gani war die hilfsbereiteste Giraffe der ganzen Savanne. Mit ihrem langen Hals konnte sie überall hinreichen, und das nutzte sie gern, um anderen zu helfen. „Brauchst du etwas von ganz oben?“, fragte sie die kleineren Tiere. „Ich hole es dir.“ Und schon reckte sie ihren Hals und pflückte ein süßes Blatt oder eine reife Frucht herab.

Eines Morgens traf Gani ein kleines Äffchen, das traurig unter einem hohen Baum saß. „Was ist los?“, fragte Gani. „Da oben hängt die schönste, reifste Frucht“, seufzte das Äffchen, „aber sie ist auf einem so dünnen Ast, dass ich nicht hinkomme. Er würde unter mir abbrechen.“ Gani lächelte. „Kein Problem“, sagte sie, reckte ihren langen Hals und pflückte die Frucht ganz sanft mit den Lippen. „Hier, für dich.“

Das Äffchen strahlte. „Oh, danke, liebe Gani!“ Gani fühlte sich warm und glücklich, als sie das fröhliche Gesicht des Äffchens sah. Weiter zog sie durch die Savanne, und überall gab es jemanden, dem sie helfen konnte. Einem Vogel, dessen Nest zu hoch hing, half sie, ein verlorenes Federchen zurückzubringen. Einem jungen Elefanten pflückte sie frische Blätter von der höchsten Astgabel.

„Du bist so hilfsbereit, Gani“, sagten die Tiere bewundernd. „Du hilfst wirklich jedem.“ Gani lächelte bescheiden. „Es macht mir doch Freude“, sagte sie. „Wenn ich anderen helfen kann, bin ich glücklich.“ Und tatsächlich – mit jedem, dem sie half, wurde ihr Herz ein bisschen wärmer und froher.

Eines Tages aber geriet Gani selbst in Schwierigkeiten. Beim Trinken am Wasserloch war sie ausgerutscht und hatte sich am Bein verletzt. Sie konnte nicht mehr richtig laufen und nur noch humpeln. „Oh nein“, dachte Gani. „Wie soll ich jetzt nach Hause kommen?“ Zum ersten Mal brauchte ausgerechnet die hilfsbereite Gani selbst Hilfe.

Doch sie musste nicht lange warten. Kaum hatten die Tiere der Savanne gehört, dass Gani sich verletzt hatte, kamen sie alle herbeigeeilt. Das Äffchen, der Vogel, der junge Elefant und viele andere, denen Gani schon geholfen hatte. „Jetzt helfen wir dir!“, riefen sie. Der starke Elefant stützte sie, das Äffchen holte ihr kühles Wasser, und gemeinsam brachten sie Gani sicher nach Hause.

„Aber … warum helft ihr mir alle?“, fragte Gani gerührt. „Weil du immer für uns da bist“, sagte das Äffchen. „Du hilfst jedem in der Savanne. Jetzt sind wir dran, dir zu helfen.“ Gani wurde ganz warm ums Herz. Sie hatte gar nicht gewusst, wie sehr die anderen sie für ihre Hilfsbereitschaft liebten.

Während ihr Bein heilte, kümmerten sich die Tiere rührend um Gani. Sie brachten ihr Futter, leisteten ihr Gesellschaft und erzählten ihr Geschichten. „Siehst du“, sagte die weise alte Giraffe, „wer anderen Gutes tut, dem wird auch Gutes getan. Deine Hilfsbereitschaft kommt nun zu dir zurück.“ Gani lächelte glücklich.

Am Abend, umsorgt von ihren vielen Freunden, kuschelte sich Gani zufrieden ins warme Gras. „Helfen macht das Herz so reich“, dachte sie dankbar, „und Freunde sind das schönste Geschenk.“ Die Sterne funkelten über der Savanne, ein milder Wind strich durchs Gras, und mit einem warmen, dankbaren Herzen schlief die hilfsbereite Giraffe Gani ein. Schlaf gut, Gani. Gute Nacht.