Das Fuchsmädchen Rosa war bekannt für seine klugen Einfälle. Eines Tages entdeckte Rosa einen Strauch voller süßer, roter Beeren. Doch die saftigsten Beeren hingen ganz oben, viel zu hoch für ein kleines Fuchsmädchen. Rosa sprang und hüpfte, doch sie kam einfach nicht heran. „Ärgerlich“, brummte sie. „So schöne Beeren, und ich komme nicht ran.“
Rosa hätte aufgeben können. Doch stattdessen setzte sie sich hin und dachte nach. „Springen klappt nicht“, überlegte sie. „Aber vielleicht gibt es einen anderen Weg.“ Sie schaute sich um und entdeckte einen großen Stein, der in der Nähe lag. „Wenn ich auf den Stein klettere“, dachte sie, „dann komme ich vielleicht höher hinauf.“
Mit Mühe rollte und schob Rosa den Stein bis unter den Beerenstrauch. Dann kletterte sie hinauf und reckte sich. Tatsächlich – jetzt kam sie schon viel höher! Aber die allersaftigsten Beeren waren immer noch ein kleines Stück zu hoch. „Fast“, sagte Rosa. „Ich brauche noch eine Idee.“ Wieder dachte sie nach.
Da kam ihr Freund, der kleine Dachs, vorbei. „Was machst du da, Rosa?“, fragte er. „Ich versuche, an die Beeren zu kommen“, erklärte Rosa. „Ich habe schon den Stein hierhergerollt, aber es reicht noch nicht ganz.“ Da hatte Rosa eine kluge Idee. „Sag mal“, fragte sie, „wollen wir zusammenarbeiten? Wenn du dich auf den Stein stellst und ich auf deinen Rücken klettere, komme ich bestimmt heran.“
Der Dachs fand die Idee gut. Er stellte sich fest auf den Stein, und Rosa kletterte vorsichtig auf seinen breiten Rücken. Und siehe da – jetzt reichte sie mühelos an die saftigsten Beeren ganz oben! „Ich hab sie!“, jubelte Rosa und pflückte eine Pfote voll der süßen, roten Beeren. „Es hat funktioniert!“
Vorsichtig kletterte Rosa wieder herunter. Sie hatte eine große Menge der köstlichsten Beeren gepflückt. „Hier“, sagte sie und teilte die Beeren gerecht mit dem Dachs. „Die Hälfte gehört dir. Ohne deine Hilfe hätte ich sie nie erreicht.“ Der Dachs strahlte. „Danke, Rosa! Und danke für deine klugen Ideen. Allein hätte ich nie an die Beeren gedacht.“
Gemeinsam ließen sie sich die süßen Beeren schmecken. „Weißt du“, sagte Rosa kauend, „als ich nicht herankam, hätte ich aufgeben können. Aber ich habe lieber nachgedacht und nach einer Lösung gesucht. Und mit deiner Hilfe hat es geklappt.“ Der Dachs nickte. „Du bist wirklich schlau, Rosa. Und großzügig noch dazu, weil du geteilt hast.“
Rosa war stolz auf sich. Sie hatte gelernt, dass man nicht immer gleich aufgeben muss, wenn etwas nicht sofort klappt. „Für fast jedes Problem gibt es eine Lösung“, sagte sie, „man muss nur in Ruhe nachdenken – und manchmal hilft auch ein guter Freund.“ Der Dachs stimmte fröhlich zu.
Am Abend, satt von den süßen Beeren, kuschelte sich Rosa zufrieden in ihren warmen Bau. „Heute hatte ich eine richtig kluge Idee“, dachte sie stolz. Die Sterne funkelten über dem Wald, ein milder Wind raschelte in den Blättern, und zufrieden mit sich selbst schlief das Fuchsmädchen Rosa glücklich ein. Schlaf gut, Rosa. Gute Nacht.
