Finn hatte ein neues Spielzeugauto bekommen – ein leuchtend rotes Rennauto mit echten Türen, die aufgingen. Er war überglücklich und spielte den ganzen Vormittag damit. Vrooom, vrooom, ließ er es über den Teppich flitzen. „Das ist mein allerschönstes Auto“, sagte Finn stolz.
Da kam seine kleine Schwester Mia ins Zimmer. Sie sah das tolle rote Auto und ihre Augen leuchteten. „Finn, darf ich auch mal mit dem Auto spielen?“, fragte sie. Doch Finn drückte das Auto schnell an sich. „Nein!“, sagte er. „Das ist meins. Du machst es bestimmt kaputt.“ Mia schaute traurig zu Boden und ging leise wieder hinaus.
Finn spielte weiter, doch irgendwie machte es ihm allein gar nicht mehr so viel Spaß. Er ließ das Auto über den Teppich fahren, baute eine Garage – aber es fühlte sich ein bisschen langweilig an. Immer wieder dachte er an Mias trauriges Gesicht. „Vielleicht“, dachte er, „wäre es ja gar nicht schlimm, sie mitspielen zu lassen.“
Finn überlegte. Er erinnerte sich, wie schön es war, wenn er und Mia zusammen spielten. „Allein ist es eigentlich nur halb so schön“, merkte er. Er stand auf und ging zu Mias Zimmer. „Mia“, sagte er, „möchtest du mit mir zusammen mit dem Auto spielen? Wir können eine richtige Rennstrecke bauen.“
Mias Gesicht strahlte sofort auf. „Wirklich? Oh ja, gern!“ Gemeinsam bauten sie aus Bauklötzen und Büchern eine tolle Rennstrecke mit Tunneln, Brücken und Kurven. Finn ließ das rote Auto fahren, und Mia baute eine Tankstelle und ein Parkhaus. Zu zweit hatten sie viel mehr Ideen, und es machte riesigen Spaß.
Sie lachten, ließen das Auto um die Wette flitzen und bauten die Strecke immer größer und schöner. „Schau, Finn, hier kann das Auto durch den Tunnel fahren!“, rief Mia begeistert. „Und dann über die Brücke!“, ergänzte Finn. Geteilt machte das Auto viel mehr Freude, als wenn Finn allein damit gespielt hätte.
„Es tut mir leid, dass ich dich erst nicht mitspielen lassen wollte“, sagte Finn. „Zu zweit ist es viel toller.“ Mia drückte ihren großen Bruder. „Danke, dass du teilst, Finn.“ Den ganzen Nachmittag spielten die Geschwister zusammen, und es war der schönste Spieltag seit langem.
Am Abend räumten sie gemeinsam die Rennstrecke auf, und das rote Auto durfte in der selbstgebauten Garage übernachten. „Teilen macht alles schöner“, dachte Finn zufrieden, als er ins Bett kuschelte. Glücklich über den tollen Tag mit seiner Schwester schlief er ein. Gute Nacht, kleiner Finn.
