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Faultier-Opa erzählt vom Regenwald

Gefühle (Wut/Angst) · Dankbarkeitab 3 3 Min.
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Es war spät geworden im Regenwald. Die Sonne war hinter den hohen Bäumen versunken, und ein warmes Dämmerlicht lag zwischen den Blättern. Das kleine Faultier Liko aber war noch wach. Es kuschelte sich an seinen Opa, ein großes, gemütliches Faultier mit weichem, zotteligem Fell und freundlichen Augen. „Opa“, bat Liko leise, „erzählst du mir noch etwas vom Regenwald, bevor ich einschlafe?“

Opa Faultier lächelte und legte ganz langsam, wie es Faultiere eben tun, einen Arm um den Kleinen. „Aber natürlich, mein Liko“, sagte er mit seiner tiefen, gemütlichen Stimme. „Hör gut zu, und lass deine Augen dabei ganz schwer werden. Unser Regenwald ist so groß und voller Wunder, dass man ein ganzes, gemächliches Faultierleben braucht, um ihn ganz kennenzulernen.“ Liko kuschelte sich tiefer ins weiche Fell.

„Weißt du“, begann Opa, „hoch oben in den Wipfeln, wo wir Faultiere wohnen, da rauscht der warme Wind durch ein Meer aus grünen Blättern, so weit das Auge reicht. Und wenn die Sonne hindurchscheint, dann tanzen überall goldene Lichtflecken, ganz langsam, hin und her.“ Likos Atem wurde langsamer.

„Und tief unten am Boden“, erzählte Opa weiter, „schlängelt sich ein klarer Fluss durch den Wald. Bunte Schmetterlinge tanzen über dem Wasser, und am Ufer blühen die schönsten Blumen in allen Farben. Dort kommen am Abend alle Tiere zusammen, um in Ruhe zu trinken, ganz friedlich nebeneinander.“ Likos Augenlider wurden schwer.

„Es gibt Wasserfälle, die sanft über die Felsen plätschern“, flüsterte Opa, „und große, alte Bäume, die schon seit hunderten von Jahren hier stehen und alles gesehen haben. Und überall im Regenwald ist dieses warme, grüne Leuchten und der Duft von Blüten und Regen. Es ist ein wunderbarer, friedlicher Ort.“ Liko stellte sich all das vor und wurde ganz ruhig.

„Und wo schlafen all die Tiere?“, murmelte Liko verschlafen. „Jedes an seinem ruhigen Platz“, antwortete Opa leise. „Die Vögel hoch in den Bäumen, die Frösche am Ufer des Flusses, die Affen in ihren Nestern. Und die kleinen Faultiere“, er drückte Liko ganz sanft, „die hängen gemütlich an einem warmen Ast, ganz nah bei ihrem Opa, gut behütet und sicher.“

„Der ganze Regenwald wiegt uns in den Schlaf“, sagte Opa und sprach nun ganz leise und langsam. „Hörst du den sanften Wind in den Blättern und das ferne Plätschern des Wassers? Das ist sein Schlaflied. Du musst gar nichts tun, mein Kleines. Niemand ist gemütlicher als wir Faultiere. Lass dich einfach ganz fallen und ruhen.“ Liko spürte die warme Ruhe und sank tiefer ins weiche Fell.

„Atme ein“, flüsterte Opa, „und ganz langsam wieder aus.“ Liko atmete ein und aus, ein und aus, und mit jedem Atemzug wurde es ruhiger und schwerer. Über ihm rauschten ganz leise die Blätter, der warme Wind strich durch die Wipfel, und in der Ferne plätscherte sanft das Wasser.

Und während Opa noch ganz still neben ihm hing und der ganze Regenwald friedlich schlummerte, schlief das kleine Faultier Liko glücklich und geborgen ein. „Gute Nacht, mein Kleines“, flüsterte Opa und legte sein weiches Fell sanft über es. „Träum schön vom wunderbaren Regenwald.“ Schlaf gut, Liko. Gute Nacht.