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Eulchen Pia traut sich allein

Mut machen · Selbstvertrauenab 5 4 Min.
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Das kleine Eulchen Pia war schon fast erwachsen. Heute Nacht sollte es zum ersten Mal ganz allein durch den großen Nachtwald fliegen, bis zur alten Mühle und wieder zurück. „Du bist bereit, Pia“, sagte Mama Eule. „Du kannst gut fliegen und hast scharfe Augen. Ich vertraue dir. Aber den Weg fliegst du diesmal allein.“ Pia war stolz – und ein bisschen ängstlich zugleich.

„Ganz allein durch den dunklen Wald?“, fragte Pia unsicher. „Was, wenn ich mich verfliege? Was, wenn etwas passiert?“ Mama strich ihr sanft übers Gefieder. „Du hast alles gelernt, was du brauchst“, sagte sie. „Vertrau auf deine Augen und deine Ohren. Und denk daran: Auch wenn du allein fliegst, bist du nie wirklich allein. Der Mond und die Sterne sind bei dir.“

Pia holte tief Luft, breitete ihre Flügel aus und stieß sich vom Ast ab. Lautlos glitt sie hinaus in die Nacht. Anfangs klopfte ihr Herz vor Aufregung. Der Wald sah im Dunkeln so groß und fremd aus. „Nur ruhig“, sagte sie sich. „Ein Flügelschlag nach dem anderen.“ Sie schaute genau hin und erkannte mit ihren scharfen Eulenaugen jeden Baum und jeden Pfad.

Je weiter Pia flog, desto sicherer wurde sie. Sie bemerkte, dass sie tatsächlich alles ganz genau sehen konnte – die Mäuse, die durch das Gras huschten, die Äste, die Lichtungen. „Ich kann das ja wirklich“, dachte sie staunend, und ihr Herz wurde ruhiger. Der kühle Nachtwind trug sie sanft, und das Fliegen machte ihr immer mehr Freude.

Bald tauchte vor ihr die alte Mühle auf, das Ziel ihres Fluges. „Geschafft! Ich bin angekommen!“, freute sich Pia und drehte stolz eine Runde um die Mühle. Auf dem Rückweg aber zog plötzlich eine Wolke vor den Mond, und es wurde noch dunkler. Einen Moment lang bekam Pia Angst. „Jetzt sehe ich kaum noch etwas“, dachte sie beunruhigt.

Doch dann erinnerte sie sich an Mamas Worte: Vertrau auf deine Augen und Ohren. Pia hielt einen Moment inne, atmete ruhig und spitzte die Ohren. Sie hörte das vertraute Plätschern des Baches und das Rauschen der alten Eiche. „Daran kann ich mich orientieren“, dachte sie. Und tatsächlich – sie fand mühelos ihren Weg, auch im Dunkeln. Bald schob sich die Wolke weiter, und der Mond leuchtete wieder.

Schließlich tauchte ihr Heimatbaum vor ihr auf, und Pia landete sanft auf dem vertrauten Ast. „Ich habe es geschafft!“, rief sie überglücklich. „Ganz allein durch den Nachtwald und wieder zurück!“ Mama Eule erwartete sie schon und schaute sie voller Stolz an. „Wunderbar gemacht, meine Pia“, sagte sie. „Ich wusste, dass du es schaffst.“

„Ich hatte erst solche Angst“, gab Pia zu, „besonders als die Wolke vor den Mond zog. Aber dann bin ich ruhig geblieben und habe mich auf meine Ohren verlassen.“ Mama nickte stolz. „Genau so wächst der Mut“, sagte sie. „Du hast nicht aufgegeben und dir selbst vertraut. Darauf darfst du sehr stolz sein.“ Pia strahlte vor Glück.

Am Morgen, als die Sonne aufging, kuschelte sich Pia müde und zufrieden in die warme Baumhöhle. „Heute Nacht war ich richtig mutig“, dachte sie stolz. „Und ganz allein durch den Wald geflogen.“ Draußen wurde es hell, der Wald erwachte zum Tag, und stolz auf ihren Mut schlief das Eulchen Pia glücklich ein. Schlaf gut, Pia. Gute Nacht.