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Eulchen Fritz lernt fliegen

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 4 Min.
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Hoch oben in einem alten Eichenbaum, in einer gemütlichen Baumhöhle, wohnte das kleine Eulchen Fritz. Fritz hatte weiche, flauschige Federn und große, runde Augen. Seine Geschwister flatterten schon mutig von Ast zu Ast, doch Fritz hatte noch nie zu fliegen gewagt. Der Ast war so hoch, und der Boden so weit unten. „Ich trau mich nicht“, sagte Fritz ängstlich.

„Komm, Fritz, flieg mit uns!“, riefen seine Geschwister, während sie durch die Abenddämmerung segelten. „Fliegen ist herrlich!“ Fritz schaute über den Rand des Astes nach unten, und ihm wurde ganz mulmig. „Was, wenn meine Flügel mich nicht tragen?“, dachte er. „Was, wenn ich falle?“ Also blieb er sitzen und schaute den anderen sehnsüchtig zu.

Mama Eule setzte sich neben Fritz. „Hast du Angst, mein Kleiner?“, fragte sie sanft. Fritz nickte. „Meine Flügel sind bestimmt nicht stark genug.“ Mama lächelte. „Deine Flügel sind wunderbar stark“, sagte sie. „Du musst ihnen nur vertrauen. Und du musst nicht gleich weit fliegen. Wir fangen mit einem ganz kleinen Flattersprung an, hier vom niedrigen Ast.“

Mama führte Fritz zu einem ganz niedrigen Ast, kaum höher als der weiche Moosboden darunter. „Breite deine Flügel weit aus“, sagte sie, „und lass dich einfach hinuntergleiten. Ich bin direkt bei dir.“ Fritz breitete zögernd seine flauschigen Flügel aus, hüpfte vom niedrigen Ast – und schwebte sanft hinunter ins weiche Moos. „Oh!“, rief er überrascht. „Meine Flügel haben mich getragen!“

„Siehst du?“, sagte Mama stolz. „Und jetzt von einem etwas höheren Ast.“ Fritz nickte, schon ein bisschen mutiger. Vom nächsten Ast flatterte er ein Stückchen weiter, und es fühlte sich wunderbar an. Mit jedem kleinen Flugversuch wuchs sein Mut, und das Kribbeln in seinem Bauch verwandelte sich langsam in Freude.

Schließlich saß Fritz wieder oben auf dem hohen Ast, neben seiner Mama. Diesmal aber zitterte er nicht mehr so sehr. „Ich glaube, ich bin bereit“, sagte er. „Ich bin direkt neben dir“, versprach Mama. Fritz holte tief Luft, breitete seine Flügel weit aus, ließ sich vom Ast fallen – und flog! Lautlos und sanft glitt er durch die Abendluft, wie es Eulen eben tun.

„Ich fliege!“, rief Fritz leise und staunend. „Ich fliege wirklich!“ Der Wind trug ihn sanft, und unter ihm lag der ganze Wald im silbernen Mondlicht. Seine Geschwister kamen herbeigeflogen und umkreisten ihn jubelnd. „Du hast es geschafft, Fritz!“ Gemeinsam zogen sie ihre lautlosen Kreise durch die Nacht, und Fritz lachte vor lauter Glück.

„Ich hatte solche Angst“, sagte Fritz zu seiner Mama, „und jetzt ist Fliegen das Schönste, das ich kenne.“ Mama strich ihm sanft über den Kopf. „Du musstest deinen Flügeln nur vertrauen“, sagte sie. „Und das hast du gelernt.“ Fritz war so stolz auf sich, dass er gleich noch eine Runde durch die Nacht flog.

Am Morgen, als die Sonne aufging und die Eulen schlafen gingen, kuschelte sich Fritz müde und glücklich in die warme Baumhöhle. „Heute Nacht habe ich fliegen gelernt“, dachte er stolz. „Und morgen Nacht fliege ich noch viel weiter.“ Mama legte einen Flügel um ihn, draußen wurde es hell und still, und stolz auf seinen ersten Flug schlief das kleine Eulchen Fritz zufrieden ein. Schlaf gut, Fritz. Gute Nacht.