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Einhorn Stella und die Mutprobe

Mut machen · Selbstvertrauenab 3 4 Min.
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Im Land hinter dem Regenbogen lebte ein kleines Einhorn namens Stella. Auf der anderen Seite einer tiefen Schlucht lag die schönste Blumenwiese des ganzen Landes, voller leuchtender Sternenblumen. Über die Schlucht führte nur eine schmale Brücke aus festem Nebel. Alle Einhörner trabten mutig hinüber – nur Stella nicht. Sie hatte große Angst vor der Nebelbrücke.

„Komm doch, Stella!“, riefen die anderen Einhörner von drüben. „Die Brücke trägt dich ganz sicher!“ Stella schaute auf die schmale Brücke und in die tiefe Schlucht darunter, und ihr wurde ganz schwindelig. „Was, wenn der Nebel mich nicht hält?“, dachte sie ängstlich. „Was, wenn ich falle?“ Also blieb sie zurück und schaute traurig zu, wie die anderen auf der schönen Wiese spielten.

Stellas große Schwester Luna kam zu ihr. „Hast du Angst?“, fragte sie sanft. Stella nickte. „Die Brücke ist so schmal, und die Schlucht ist so tief.“ Luna lächelte. „Weißt du was? Du musst nicht gleich ganz hinüber. Mach erst einen einzigen Schritt auf die Brücke. Nur einen. Und spür, wie fest der Nebel dich trägt. Ich bin direkt bei dir.“

Stella holte tief Luft und setzte einen Huf auf die Nebelbrücke. Zu ihrer Überraschung war der Nebel fest und trug sie mühelos. „Oh“, sagte sie. „Er hält ja wirklich.“ „Siehst du?“, sagte Luna. „Und jetzt noch ein Schritt.“ Stella setzte den nächsten Huf, und den nächsten. Schritt für Schritt, ganz langsam, wagte sie sich weiter.

In der Mitte der Brücke wagte Stella einen Blick nach unten und bekam wieder Angst. „Schau nicht hinunter“, sagte Luna ruhig. „Schau immer nur nach vorne, zur schönen Wiese.“ Stella richtete ihren Blick auf die leuchtenden Sternenblumen am anderen Ende und ging weiter. Mit jedem Schritt wurde ihr Herz ruhiger und ihr Mut größer.

Und dann, mit einem letzten beherzten Schritt, stand Stella auf der anderen Seite, mitten auf der wunderschönen Blumenwiese. „Ich hab es geschafft!“, rief sie überglücklich. „Ich bin über die Brücke gegangen!“ Die anderen Einhörner jubelten und umringten sie. „Du hast dich getraut, Stella!“ Stella strahlte über das ganze Gesicht.

Sie tollte durch die leuchtenden Sternenblumen, und es war noch viel schöner, als sie es sich vorgestellt hatte. „Ich hatte solche Angst“, sagte sie zu Luna, „und habe es trotzdem geschafft.“ Luna stupste sie liebevoll. „So ist das mit dem Mut“, sagte sie. „Die Angst ist oft größer als die Gefahr. Und wenn man es Schritt für Schritt versucht, wächst der Mut von ganz allein.“

Den ganzen Nachmittag spielte Stella auf der schönen Wiese und trabte sogar mehrmals fröhlich über die Nebelbrücke hin und her – einfach weil es ihr jetzt so viel Freude machte. Ihre Angst war einem stolzen, mutigen Gefühl gewichen, und sie war sehr stolz auf sich.

Am Abend, müde und glücklich, kuschelte sich Stella neben ihre Schwester in eine weiche Wolke. „Morgen gehe ich wieder über die Brücke“, sagte sie verschlafen und stolz. „Ganz allein.“ Luna lächelte. Die Sterne funkelten über dem Land hinter dem Regenbogen, ein sanfter Wind strich durch die Wolken, und stolz auf ihren Mut schlief das kleine Einhorn Stella zufrieden ein. Schlaf gut, Stella. Gute Nacht.