Es war spät geworden im Einhorntal. Der Mond stand hoch am Himmel, und über den Wiesen funkelten unzählige Sterne. Das kleine Einhorn Elu aber war noch wach. Es kuschelte sich an seinen Opa, ein großes, sanftes Einhorn mit einer langen, silbernen Mähne und freundlichen Augen. „Opa“, bat Elu leise, „erzählst du mir noch etwas vom Sternenfeld, bevor ich einschlafe?“
Opa Einhorn lächelte und legte seinen Hals sanft um den Kleinen. „Aber natürlich, mein Elu“, sagte er mit seiner tiefen, ruhigen Stimme. „Hör gut zu, und lass deine Augen dabei ganz schwer werden. Das Sternenfeld ist der zauberhafteste Ort, den ein Einhorn kennt.“ Elu kuschelte sich tiefer in die weiche Wiese und lauschte gespannt.
„Weißt du“, begann Opa, „hoch oben, über den höchsten Wolken, da gibt es ein weites Feld, auf dem die Sterne wachsen. Sie sprießen dort wie leuchtende Blumen aus einem Boden aus weichem Mondlicht. Tagsüber schlafen sie, doch in der Nacht erwachen sie und steigen hinauf an den Himmel, um über uns alle zu wachen.“ Elus Atem wurde langsamer.
„Auf dem Sternenfeld“, erzählte Opa weiter, „ist es ganz still und friedlich. Ein sanfter Wind weht über die leuchtenden Sterne und lässt sie ganz leise klingen, wie winzige silberne Glöckchen. Und die Einhörner, die ein besonders gutes Herz haben, dürfen manchmal dorthin und zwischen den Sternen spazieren gehen.“ Elus Augenlider wurden schwer.
„Es gibt dort einen See aus flüssigem Mondlicht“, flüsterte Opa, „so glatt und still, dass sich alle Sterne darin spiegeln. Und weiche Hügel aus Sternenstaub, auf denen man herrlich ruhen kann. Und überall ist dieses sanfte, warme Leuchten, das einen ganz ruhig und friedlich macht.“ Elu stellte sich das zauberhafte Sternenfeld vor und wurde immer müder.
„Und was machen die Sterne den ganzen Tag?“, murmelte Elu verschlafen. „Sie ruhen sich aus“, antwortete Opa leise, „damit sie in der Nacht schön hell leuchten können. So wie du dich jetzt ausruhst, mein Kleines, damit du morgen wieder fröhlich spielen kannst. Jeder braucht seine Ruhe, sogar die Sterne.“ Elu gähnte herzhaft.
„Das Sternenfeld wacht über uns alle“, sagte Opa und sprach nun ganz leise und langsam. „Wenn du einschläfst, schauen all die Sterne von dort oben auf dich herab und passen auf dich auf. Du musst dich nie fürchten. Lass dich einfach von ihrem sanften Licht in den Schlaf wiegen.“ Elu spürte die warme Ruhe um sich herum und sank tiefer in die weiche Wiese.
„Atme ein“, flüsterte Opa, „und ganz langsam wieder aus.“ Elu atmete ein und aus, ein und aus, und mit jedem Atemzug wurde es ruhiger und schwerer. Über ihm funkelten die Sterne des weiten Himmels, der Mond leuchtete silbern, und ein sanfter Wind strich über die Wiese.
Und während Opa noch ganz still neben ihm wachte und die Sterne vom fernen Sternenfeld auf das Tal herableuchteten, schlief das kleine Einhorn Elu glücklich und geborgen ein. „Gute Nacht, mein Kleines“, flüsterte Opa und legte seine silberne Mähne sanft über es. „Träum schön vom zauberhaften Sternenfeld.“ Schlaf gut, Elu. Gute Nacht.
