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Einhorn Mira lernt zaubern

Selbstvertrauen · Gefühle (Wut/Angst)ab 5 4 Min.
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Im Einhornland konnte jedes Einhorn ein bisschen zaubern. Die einen ließen Blumen blühen, die anderen malten Regenbögen oder zauberten funkelnden Sternenstaub. Nur das kleine Einhorn Mira konnte noch gar nicht zaubern. So sehr es sich auch anstrengte und mit dem Horn wackelte – es geschah einfach nichts. „Warum kann ich nicht zaubern?“, seufzte Mira traurig.

Die anderen jungen Einhörner zauberten schon die schönsten Dinge. „Schau, ich lasse Gänseblümchen wachsen!“, rief das eine. „Und ich zaubere Schmetterlinge!“, rief das andere. Mira versuchte es auch, ganz fest, und wünschte sich so sehr, dass etwas geschah. Doch ihr Horn blieb dunkel, und nichts passierte. „Ich bin bestimmt das einzige Einhorn, das nie zaubern lernt“, dachte Mira betrübt.

Ihre Mama bemerkte Miras Kummer. „Was ist los, mein Schatz?“, fragte sie. „Ich kann nicht zaubern“, klagte Mira. „Alle anderen können es schon, nur ich nicht. Ich werde es nie lernen.“ Mama lächelte sanft. „Weißt du, Mira“, sagte sie, „auch ich konnte als kleines Einhorn nicht zaubern. Zaubern lernt man nicht an einem Tag. Es braucht Übung und vor allem Geduld.“

„Geduld?“, fragte Mira. „Aber ich will jetzt zaubern können!“ Mama schüttelte sanft den Kopf. „Schöne Dinge brauchen Zeit, mein Schatz. Eine Blume blüht auch nicht sofort, sondern wächst langsam. Komm, ich zeige dir, wie man übt. Aber du musst geduldig mit dir sein.“ Mira nickte, auch wenn ihr das Warten schwerfiel.

Mama zeigte Mira, wie man sich ganz ruhig macht, tief atmet und sich auf einen einzigen, kleinen Wunsch konzentriert. „Versuch nicht, gleich etwas Großes zu zaubern“, sagte sie. „Fang ganz klein an. Stell dir nur ein einziges Lichtfünkchen vor.“ Mira atmete tief, schloss die Augen und stellte sich ein winziges Funkeln vor. Sie übte und übte, jeden Tag ein bisschen.

Lange geschah gar nichts, und manchmal wollte Mira aufgeben. Doch sie dachte an Mamas Worte und übte geduldig weiter. Und dann, eines Morgens, als sie sich ganz ruhig auf ihr Lichtfünkchen konzentrierte, geschah es: An ihrer Hornspitze erschien ein winziger, funkelnder Lichtpunkt! „Ich zaubere!“, jubelte Mira. „Schau, Mama, ein Lichtfünkchen!“

Mama strahlte vor Stolz. „Wunderbar, mein Schatz! Siehst du? Mit Geduld und Übung hast du es geschafft.“ Mira betrachtete glücklich ihr kleines Lichtfünkchen. Es war zwar nur winzig, aber es war ihr eigener, erster Zauber. „Und es wird mit der Zeit immer größer, nicht wahr?“, fragte sie. „Genau“, sagte Mama. „Je mehr du übst, desto mehr kannst du.“

Von da an übte Mira jeden Tag, ganz ohne Ungeduld. Aus dem winzigen Lichtfünkchen wurde bald ein heller Funke, dann ein kleiner Stern, und schließlich konnte Mira ganze Sternenbilder in die Luft zaubern. Sie hatte gelernt, dass sich Geduld lohnt und dass man nichts überstürzen muss.

Am Abend ließ Mira ein letztes, sanftes Lichtfünkchen über ihrem Bett schweben, das wie ein kleines Nachtlicht leuchtete. „Ich kann zaubern“, dachte sie stolz und zufrieden, „weil ich geduldig geübt habe.“ Dann ließ sie das Fünkchen sacht erlöschen. Die Sterne funkelten über dem Einhornland, ein milder Wind strich durch die Wiesen, und glücklich schlief das kleine Einhorn Mira ein. Schlaf gut, Mira. Gute Nacht.