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Eichhörnchen Rufus kann nicht einschlafen

Gefühle (Wut/Angst)ab 3 3 Min.
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Hoch oben in einem warmen, weichen Kobel aus Moos, Federn und Blättern wohnte ein kleines Eichhörnchen namens Rufus. Rufus war tagsüber das munterste Eichhörnchen weit und breit. Er sauste, sprang, kletterte und turnte den ganzen Tag. Doch wenn der Abend kam und alle anderen müde wurden, war Rufus immer noch hellwach. „Ich bin überhaupt nicht müde!“, rief er und hüpfte in seinem Kobel auf und ab.

„Rufus“, sagte seine Mama sanft, „dein Körper ist müde, aber dein Köpfchen ist noch ganz aufgedreht. Komm, ich zeige dir, wie auch dein Köpfchen zur Ruhe kommt.“ Rufus setzte sich zu ihr. „Aber wie soll das gehen?“, fragte er. „In meinem Kopf hüpfen noch so viele Sachen herum.“ Mama lächelte. „Wir lassen sie ganz langsam einschlafen, eine nach der anderen.“

„Zuerst“, sagte Mama, „machen wir es uns ganz gemütlich. Roll dich zusammen, leg deinen buschigen Schwanz als Decke über dich, und kuschle dich tief ins weiche Moos.“ Rufus tat es. Er rollte sich ein und legte seinen flauschigen Schwanz über die Nase. Sofort wurde ihm mollig warm. „So“, flüsterte Mama. „Und jetzt atmen wir zusammen ganz langsam.“

„Atme tief ein“, sagte Mama leise, „und ganz langsam wieder aus.“ Rufus atmete ein und aus. „Noch einmal. Ein … und aus.“ Mit jedem Atemzug wurde sein kleiner Körper ein bisschen schwerer und ruhiger. Das wilde Hüpfen in seinem Bauch wurde langsamer. „Spürst du, wie ruhig dein Atem wird?“, fragte Mama. Rufus nickte verschlafen.

„Und jetzt“, flüsterte Mama, „hör einmal nach draußen. Was hörst du?“ Rufus spitzte die Ohren. Er hörte den Wind, der ganz sanft durch die Blätter strich, ein leises Rauschen, immer gleich. Er hörte ganz in der Ferne ein Käuzchen, das leise rief. „Der ganze Wald wird jetzt müde“, sagte Mama. „Die Vögel schlafen, die Bäume ruhen, und der Wind singt sein Abendlied.“

„Denk an etwas Schönes“, sagte Mama weiter. „Stell dir vor, du liegst auf einem warmen Sonnenstrahl, hoch oben in der Krone, und schaukelst ganz sanft im Wind, hin und her, hin und her.“ Rufus stellte es sich vor. Er sah sich auf dem warmen, goldenen Sonnenstrahl liegen und sanft schaukeln. Seine Augenlider wurden schwer wie zwei kleine Eicheln.

Eins nach dem anderen wurden die hüpfenden Gedanken in seinem Köpfchen ruhig und legten sich schlafen. Der Gedanke ans Klettern gähnte und schlummerte ein. Der Gedanke ans Springen kuschelte sich zusammen und wurde still. Bis es in Rufus' Kopf ganz ruhig und friedlich war, so ruhig wie der nächtliche Wald.

„Siehst du, mein Kleiner“, flüsterte Mama und legte sanft eine Pfote auf seinen Rücken. „Du musst gar nichts tun. Du darfst einfach loslassen und ruhig werden.“ Rufus spürte ihre warme Pfote und ihren ruhigen Atem neben sich. Er fühlte sich geborgen und sicher und so wunderbar müde.

Draußen wiegten sich die Äste sacht im Mondlicht, der Wind sang sein leises Lied, und der ganze Wald schlief. Und mitten darin, tief in seinem warmen Kobel, eingekuschelt in seinen buschigen Schwanz, schlief endlich auch das kleine Eichhörnchen Rufus friedlich ein. Schlaf gut, kleiner Rufus. Träum vom warmen Sonnenstrahl. Gute Nacht.