Der kleine Ben hatte eine ganz besondere Decke – seine weiche, blaue Schnuffeldecke. Sie war schon ein bisschen abgewetzt, aber genau so liebte er sie. Ohne seine Schnuffeldecke konnte Ben einfach nicht einschlafen. Jeden Abend kuschelte er sie an die Wange, und dann fühlte er sich sicher und geborgen.
Doch an diesem Abend war die Schnuffeldecke nirgends zu finden. Ben suchte im Bett, unter dem Kissen, hinter dem Schrank. „Wo ist meine Decke?“, rief er und wurde ganz traurig. „Ohne sie kann ich nicht schlafen!“ Eine kleine Träne rollte über seine Wange.
Mama kam ins Zimmer und nahm ihn in den Arm. „Wir suchen sie morgen früh in Ruhe, mein Schatz“, sagte sie sanft. „Aber heute Nacht musst du es einmal ohne versuchen. Weißt du, das Sichere und Geborgene, das deine Decke dir gibt – das trägst du in Wirklichkeit in dir selbst.“ Ben schaute sie unsicher an. „In mir selbst?“
„Ja“, sagte Mama. „Leg deine Hand einmal auf deinen Bauch und atme tief ein und aus. Spürst du, wie warm und ruhig es da drinnen ist? Das ist dein eigenes, gemütliches Gefühl. Das hast du immer bei dir, auch ohne Decke.“ Ben legte seine Hand auf den Bauch und atmete tief. Tatsächlich – es wurde ein bisschen ruhiger in ihm.
„Und schau“, sagte Mama, „du hast doch auch deinen Teddy und dein Nachtlicht. Und mich, gleich nebenan.“ Ben drückte seinen Teddy fest und schaute zum warmen Licht der kleinen Lampe. Langsam fühlte er sich nicht mehr ganz so verloren. „Vielleicht“, dachte er, „schaffe ich es ja doch.“
Ben kuschelte sich ein und atmete weiter ruhig, die Hand auf dem Bauch, den Teddy im Arm. Er stellte sich vor, wie das warme, geborgene Gefühl ihn einhüllte wie eine unsichtbare Decke. Seine Augen wurden schwer. Und ehe er sich versah, war Ben eingeschlafen – ganz ohne seine Schnuffeldecke.
Am nächsten Morgen fanden sie die Decke übrigens schnell wieder: Sie war hinter das Bett gerutscht. Ben freute sich riesig. Doch er war auch ein kleines bisschen stolz. „Ich habe sogar ohne dich schlafen können“, sagte er zu seiner Decke und lächelte.
Von da an hatte Ben seine Schnuffeldecke zwar immer noch sehr lieb – aber er wusste jetzt: Das geborgene Gefühl wohnt auch in ihm selbst, und das kann er nie verlieren. Am Abend kuschelte er sich zufrieden ein, die Hand auf dem Bauch. „Ich bin sicher und geborgen“, dachte er und schlief ruhig ein. Gute Nacht, kleiner Ben.
