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Die Sternenkönigin und die müden Sterne

Dankbarkeitab 5 4 Min.
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Hoch über den Wolken, in einem Palast aus Mondlicht, wohnte die Sternenkönigin. Jede Nacht schickte sie ihre vielen kleinen Sterne an den Himmel, damit sie über der schlafenden Welt funkelten. Doch in einer Nacht geschah etwas Seltsames: Die Sterne wollten einfach nicht mehr leuchten.

„Wir sind so müde“, gähnten die kleinen Sterne. „Jede einzelne Nacht müssen wir leuchten und leuchten. Wir haben gar keine Kraft mehr.“ Ihr Licht flackerte nur noch schwach, und der Himmel wurde dunkel und trüb. Unten auf der Erde fürchteten sich die Kinder im Dunkeln.

Die Sternenkönigin machte sich Sorgen. Sie ging zu ihren müden Sternchen und fragte sanft: „Was fehlt euch denn, meine Kleinen?“ „Niemand bemerkt, wie schwer unsere Arbeit ist“, klagte ein winziger Stern. „Wir leuchten und leuchten, aber niemand sagt jemals Danke.“ Die Königin nickte verständnisvoll.

„Dann kommt mit mir“, sagte die Sternenkönigin freundlich. Sie führte die müden Sterne an den Rand des Himmels und zeigte ihnen die Erde tief unten. „Schaut genau hin“, sagte sie. Und die Sterne sahen ein kleines Mädchen, das am Fenster saß, zu ihnen hinaufschaute und flüsterte: „Wie schön ihr leuchtet. Danke, liebe Sterne.“

Die kleinen Sterne staunten. „Sie sieht uns? Sie bedankt sich?“ „Aber natürlich“, sagte die Königin. „Überall auf der Welt schauen Kinder zu euch hinauf und freuen sich an eurem Licht. Sie schlafen ruhiger, weil ihr über ihnen wacht. Ihr seid so wichtig – auch wenn ihr es manchmal nicht hört.“

Da wurde es den kleinen Sternen ganz warm ums Herz. Zu wissen, dass ihr Licht gebraucht wurde und Freude machte, gab ihnen neue Kraft. „Und damit ihr nicht so müde werdet“, fügte die Königin hinzu, „ruht euch tagsüber gut aus, wenn die Sonne scheint. Dann habt ihr nachts genug Kraft zum Funkeln.“

Einer nach dem anderen begannen die Sterne wieder zu leuchten, heller und fröhlicher als zuvor. Bald strahlte der ganze Himmel in einem wunderschönen Funkeln. Die Königin lächelte zufrieden. „Seht ihr“, sagte sie, „ein Dankeschön und ein bisschen Ruhe – mehr braucht es nicht, um wieder zu strahlen.“

Von da an ruhten sich die Sterne am Tag aus und leuchteten in der Nacht voller Freude. Und die Sternenkönigin sorgte dafür, dass jeder kleine Stern wusste, wie wertvoll er war. Müde, aber glücklich kuschelte sich auch die Königin in ihr Mondlichtbett, während ihre Sterne über der Welt wachten. Gute Nacht, ihr funkelnden Sterne.